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Spahn kritisiert Hausärzte

Mittwoch, 4. August 2010

Berlin – Der gesund­heits­politische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Jens Spahn hat die Proteste der Hausärzte gegen die von der Regierung ge­planten Honorar­kürzungen in der Frankfurter Rundschau vom Mittwoch scharf kritisiert.

Es sei zwar das gute gute Recht jeder Lobbygruppe, ihre jeweiligen Interessen deutlich zu vertreten. Aber jetzt hat sich der Hausärzteverband deutlich im Ton vergriffen, betonte Spahn.

Er verwies auf das Rekord­defizit von bis zu elf Milliarden Euro im nächsten Jahr, für das alle ihren Beitrag leisten müssten, auch die Ärzte und Hausärzte. „Im Übrigen wird es auch in Zukunft möglich sein, für höhere Qualität oder mehr Service Zuschläge zu vereinbaren“, fügte der CDU-Politiker hinzu.

Kritisch äußerte sich Spahn auch dazu, dass Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) entgegen den Abmachungen mit der Union die Pläne für die Einschränkung des Versandhandels mit Medikamenten gestoppt hat.

„Wir als Union halten an dem sogenannten Pick-up-Verbot fest, weil wir es für ein falsches Signal halten, wenn Arzneimittel neben dem Kaugummiregal bei Schlecker oder Rossmann bestellt werden können“, sagte er. Die Unions-Fraktion sei dafür, das Verbot trotz verfassungsrechtlicher Bedenken durchzusetzen.

Derzeit betreiben vor allem große Drogerieketten in Zusammenarbeit mit zumeist ausländischen Versandapotheken derartige Pick-Up-Stellen. An diesen Abholstationen können Patienten Arzneimittel bestellen und auch dort abholen.

Im schwarz-gelben Koalitionsvertrag ist vereinbart, die Pick-up-Stellen zu verbieten. Wegen rechtlicher Probleme war das Verbot aber vom Ministerium überraschend aus dem Arzneimittel-Sparpaket wieder herausgenommen worden. © ddp/aerzteblatt.de

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Henry I
am Freitag, 6. August 2010, 18:58

Adonis hat recht!

Natürlich sind das Problem nicht die Hausärzte.
Das Problem ist, dass Zwangsbeiträge, genau wie Steuern auch, korrumpieren;
Alsbald sammelt sich eine große Meute von Personen an, die mit der Leistungserbringung nichts zu tun haben (das könnten sie auch gar nicht), aber am Besten zu Wissen vorgeben, was mit dem ganzen Geld geschehen soll.
Ich spreche hier von Krankenkassenfunktionären und Politikern und man kann ahnen, was ich noch hinzufügen werden:
Je linker, desto schlimmer. Aber das ist Common Sense.
Insgesamt wird das System so aufgebläht und träge, dass es vollends unfinanzierbar wird;
Adonis hat sehr recht mit dem, was er sagt.
Was wir heute an Verteilungskämpfen sehen, ist nur ein Vorgeschmack auf das, was in den kommenden Jahren stattfinden wird,
denn der Kuchen wird kleiner und die Patienten kränker...
...die Bürokratie aber wächst und gedeiht.
promisit
am Freitag, 6. August 2010, 10:42

Mein lieber S/chw/p/ahn...

Herr Spahn sollte doch besser seinen Mund halten. Es ist ein leichtes Spiel, bei der eigenen Sicherheit um das Einkommen der Hausärzte zu diskutieren. Aber Politik hat ja leider mit Aufrichtigkeit überhaupt nichts zu tun und Herr Spahn ist sicher nicht der Lobbyist für die Hausärzte....
Businesspaar
am Freitag, 6. August 2010, 10:34

adonis wird rot wenn erlügt ...

...Tipp dazu, richtig fett Schminke drauf und dann ab in die Politik. Und dann bitte alles in Ihrem Sinn korrigieren ... das wärs doch und endlich hat das erbärmliche Gejammere ums Geld ein Ende ...
adonis
am Freitag, 6. August 2010, 10:02

@ûbrigens

sieht Herr Spahn genauso grün hinter den Ohren aus wie die vollkommen unfähige Familienministerin. Naja, fällt bei dem Bundeskanzler auch nicht sonderlich auf. Wie heisst er eigentlich? Grins.
adonis
am Freitag, 6. August 2010, 10:01

@Leopold Marsch

Denken und Wissen ist eine Voraussetzung die bei keinem Politiker zu suchen und zu finden ist. Natürlich sind die Hausärzte nicht die Ursache der Finanzierungsproblematik. Oder doch? Ja ich meine schon: Durch die Einführung der Gesundheitskarte ( auf der kein Cent ist) wurde eine der wichtigsten Schienen im Gesundheitssystem falsch gestellt. Und in der Folge noch verschärft in dem man den Hausarzt zunehmend fasiert hat. Er ist zum Müllplatz der Spezialisten verkommen. Den Patient, den keiner mehr will, der ist gut genug für den Hausarzt. Und bitte mit vollem Verordnungsrisiko.
Ich denke die Hausarztmodelle waren ein guter Versuch, die Misere zu beenden. Ich selbst bin heilfroh 2004 meinen Laden unter grossen Verlusten dichtgemacht zu haben. Woanders ist nicht Schlaraffia aber die Lebensqualität deutlich besser.
Kristianos1
am Donnerstag, 5. August 2010, 16:31

Politik macht ihre Hausaufgaben nicht!

Leider zeigt sich aus den Äusserungen der meisten Politiker, dass sie weder bereit noch willens sind, sich mit den aktuellen Problemen des Gesundheitswesens zu beschäftigen.
Momentan sollen just die Hausärzte zum Sündenbock für eine katastrophale Gesundheitspolitik gemacht werden.
Tatsache ist dass es seit langem Schliessungen von Hausarztpraxen gibt.
Diese erfolgen nicht aus Protest, sondern weil sie sich schlicht und einfach nicht mehr rechnen.
Wenn jetzt nicht adäquat reagiert wird- kann sich später auch Herr Spahn im
Altenheim selbst besuchen.
Genau seine Generation trifft das massive Nachwuchsproblem der Mediziner im hausärztlichen Bereich nämlich.
Dies zu begreifen würde jedoch eine zumindest durchschnittliche intellektuelle Begabung voraussetzten...
Leopold Mersch
am Donnerstag, 5. August 2010, 10:32

Was haben die Hausärzte mit dem Defizit zu tun?

Wer legt fest, welche Leistungen gesetzl. Krankenkassen bezahlen müssen? Und wer legt den Beitragssatz für die gesetzl. Versicherten fest? Das Defizit ist die negative Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben. Es sind nicht in erster Linie die Krankenkassen, die das Defizit zu verantworten haben. Es ist die Politik, die sie zwingt, diesem mit Zusatzbeiträgen zu begegnen - und mit dem Risiko, Versicherte zu verlieren.

Völlig losgelöste stellt sich für (Haus-)Ärzte die Frage, ob sie für ihre Leistungen noch angemessen bezahlt werden. Schließungen von Arztpraxen gibt es schon längst, aber nicht aus Protest, sondern weil sie sich betriebswirtschaftlich nicht mehr rechnen und vor allem deswegen kaum jemand noch zur Nachfolge bereit ist.

Dass der Hausärzteverband durch die geplanten Einschnitte sein eigenes Überleben in Gefahr sieht, kann nicht verwundern. Der Tonfall seiner Reaktion mag überzogen sein, sich allein auf ihn zu konzentrieren, soll von dessen eigentlicher Botschaft ablenken.

Vor Kurzem noch hielt Jens Spahn es für erforderlich, die Stellung der Hausärzte in der KV zu stärken, allerdings war es für entsprechende Maßnahmen zum Zeitpunkt seiner Absichtserklärung schon zu spät. Sein Glück; denn sonst hätte er, der sich nun als den Hausärzten gegenüber unfreundlich gesinnt und völlig unverständig erweist, in deren Sinn handeln können und folglich müssen und wäre in erhebliche Erklärungsnöte geraten, wenn er es, obwohl leicht möglich, nicht getan hätte.

Das eigentliche Problem besteht darin, dass das Notwendige (angemessene Bezahlung erforderlicher hochqualifizierter Leistungen) nicht möglich erscheint bzw. den Kostenträgern beinahe unmöglich gemacht wird. In der Logik impliziert Notwendigkeit von etwas dessen Möglichkeit; nicht so in der bundesdeutschen Wirklichkeit.

Wenn für Leistungserbringer die erforderliche Gegenleistung nicht erbracht wird / werden kann, werden auf Dauer auch erforderliche Leistungen nicht erbracht werden können. Dann spätestens werden die Versicherten fragen, warum sie überhaupt noch Beitragszahlungen leisten (sollen).

Die eingeschlagene Richtung ist auch für die an den Beitragszahlungen beteiligten Arbeitgeber die falsche. Gerade die psychischen Erkrankungen sind eine der vielen Schattenseiten der immer weiter steigenden Produktivität. "Sparen, koste es was es wolle" (und sei es die Gesundheit der Arbeitnehmer), kann kein tragfähiges Prinzip der Willensbildung sein. Wer immer mehr Leistung abrufen will, muss an gesteigerter Leistungsfähigkeit, mindestens aber an einer stabilen Gesundheit seiner Mitarbeiter interessiert sein. Es wird viel investiert, in die menschliche Arbeitskraft aber eindeutig zu wenig.

Wie ist es möglich, dass eines der reichsten Länder dieser Erde sich außer Stande wähnt, die anfallenden Kosten für Prävention, Intervention und Rehabilitation zu tragen? Es drängt sich der Verdacht auf, dass dieses Land die Gesundheitskosten sehr wohl tragen kann, die verantwortlichen Politiker dieses auch wissen, es aber eben nicht wollen. Sie sollten es endlich zugeben.
adonis
am Donnerstag, 5. August 2010, 10:00

Herr Spahn ist zu sehr mit seinen eigenen Vorteilen als Parlamentarier beschäftigt.

Eine der höchsten europäischen Vergütungen und bei nicht mehr Wahl ein beispielloses Ûbergangsgeld. Daneben Einkünfte ( da Politik ja nicht bestechlich ist). Und eine tolle Pension.
Sein Wissen auf dem er seine Aussagen macht sieht allerdings sehr kümmerlich aus.
Na vielleicht muss ich auch Politiker werden. Aber ich habe da ein Problem: Ich werde rot beim Lügen und da würde ich dann immer mit roter Birne rumlaufen.

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