Frankfurt/Main – Die große Zahl der Elefantenhochzeiten in der Krankenkassenbranche hat zu großer Besorgnis vor einem Systemkollaps geführt. „Die Fusionen haben viel zu wenig mit gesundheitsökonomischen Zielen zu tun“, sagte der Chef des Bundesverbandes der Innungskrankenkassen, Rolf Stuppardt, der „Frankfurter Rundschau“ vom Donnerstag. „Ein Ziel bei den Elefantenhochzeiten ist, den politischen Level too big to die (zu groß, um zu sterben) zu erreichen.“
Stuppardt spielte damit auf die Banken an, die vom Staat vor dem Zusammenbruch gerettet werden mussten, weil sie ansonsten das ganze Finanzsystem mit sich in den Abgrund gerissen hätten.
Ähnliches drohe der gesetzlichen Krankenversicherung. „Es geht einzelnen Krankenkassen darum, eine ausreichende Machtfülle zu erreichen, damit im Falle einer Insolvenz der Ruf nach dem Staat erhört wird.“
Die Zahl der gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland ist in nur zwei Jahren von 216 auf 163 gesunken. „Wenn Politiker beharrlich verkünden, dass wenige Krankenkassen genügen und Fusionen der allein richtige Weg sind, dann hat man die Lehren aus der größten Wirtschaftskrise seit Kriegsende nicht gezogen“, sagte auch Hans Unterhuber der Zeitung.
Der Chef der Siemens-Betriebskrankenkasse warnt: „Am Bankensystem hat sich gezeigt, wie riskant es ist, überwiegend auf große und damit systemrelevante Einheiten zu setzen.“
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Eine einzige "Deutsche Gesetzliche Krankenkasse" genügt unter den heutigen Bedingungen. Alles Andere sind Spielzeuge für die Kassenfunktionäre. Warum sollten verschiedene gesetzliche Krankenkassen, die zu über 95% dasselbe Produkt anbieten müssen, einander "wirtschaftliche" Konkurrenz machen? Der Gedankengang ist grober Unfug, so ungefähr das, was sich ein Sozialist unter "Konkurrenz" vorstellt. In Wirklichkeit ist das System eine Alimentierung von (meist SPD-nahen) Kassenfunktionären - die natürlich genau wissen, warum das Geld aus den Zwangsbeiträgen in ihrer Bürokratie besser aufgehoben ist als für die Versorgung der Patienten.
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