Selbstbeteiligung von Patienten an Arztkosten im Gespräch
Freitag, 6. August 2010
Berlin – Gesundheitspolitiker von CDU und FDP planen nach Informationen der „Bild“-Zeitung bei der geplanten Gesundheitsreform auch eine direkte Beteiligung der Versicherten an den Arztkosten. Wie das Blatt in seiner Freitagausgabe unter Berufung auf Verhandlungskreise schreibt, sollen sich die Versicherten ab 2011 nach einem Arztbesuch eine Rechnung ausstellen lassen und etwa zwei Prozent der entstandenen Behandlungskosten aus eigener Tasche bezahlen.
Im Gegenzug sollten diese Versicherten beispielsweise von Zusatzbeiträgen befreit werden. Derzeit würden entsprechende Details mit den Krankenkassen abgestimmt, zitiert die Zeitung Verhandlungskreise.
Der Sozialverband Deutschland (SoVD) bezeichnete die Überlegen „als Schlag ins Gesicht“ für die Patienten. „Insbesondere behinderte, chronisch kranke und ältere Menschen müssten draufzahlen, denn sie sind auf regelmäßige Arztbesuche angewiesen“, erklärt SoVD-Präsident Adolf Bauer.
Mit diesem Vorhaben nimmt Schwarz-Gelb erneut den Solidaritätsgedanken in der gesetzlichen Krankenversicherung aufs Korn und stellt die Weichen in der Gesundheitspolitik in Richtung Privatisierung, sagte Bauer. © ddp/aerzteblatt.de
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