Boston - US-Forscher ist es bei querschnittsgelähmten Mäusen gelungen, die durchtrennten Nervenzellen ein wenig zur Regeneration zu bewegen. Die Ergebnisse in Nature Neuroscience (2010; doi: 10.1038/nn.2603) sind ein sehr früher erster Schritt zur Therapie von Querschnittslähmungen.
Während der Embryonalphase werden permanent neue Nervenzellen gebildet, deren Axone sich selbständig zu dem engen Netzwerk des Zentralnervensystems verknüpfen. Diese Fähigkeit zum Nervenwachstum geht bald nach der Geburt verloren. Der Grund ist nicht etwa in einer passiven Folge der Ausreifung der Nervenzellen zu suchen.
Nach den Erkenntnissen der Gruppe um Zhigang He von der Harvard Medical School in Boston wird das Wachstum vielmehr aktiv durch das Enzym PTEN (für phosphatase and tensin homolog) blockiert, der wiederum einen Stoffwechselweg namens mTOR steuert.
Die Ausschaltung von PTEN könnte deshalb die Regenerationsfähigkeit der Nervenzellen auch im Erwachsenenalter wieder herstellen. Bei Querschnittslähmungen könnten die proximalen Enden der Axone im besten Fall in die Nervenscheiden des distalen Abschnitts einwachsen und mit der Zeit die Nervenverbindungen wieder herstellen.
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