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Meta-Analyse: Hepatitis C durch Tätowierung

Montag, 9. August 2010

Vancouver - Das Hepatitis-C-Virus kann durch unsauberes Tätowieren (ebenso wie durch Piercen, Ohrlochstechen) übertragen werden. Wie häufig dies vorkommt, ist unbekannt. Eine Meta-Analyse im International Journal of Infectious Diseases (2010: doi: 10.1016/j.ijid.2010.03.019) zeigt jedoch, dass Tätowierte häufiger an Hepatitis C leiden als Nicht-Tätowierte.

Bei etwa einem Drittel aller Hepatitis C-Erkrankungen lässt sich keine eindeutige Ursache (wie i.v.-Drogenkonsum oder Bluttransfusionen aus der Zeit vor 1991) ermitteln. Da die Hepatitis C vor allem parenteral übertragen wird, das heißt durch Kontakt mit kontaminiertem Blut erfolgt, geraten die Tattoo-Studios schnell in Verdacht.

Denn beim Tätowieren verzeichnet die Haut zwischen 80 und 150 Einstiche in der Minute. Mit den Farbpigmenten können dabei leicht Viren in die Haut gelangen. Die professionellen Tätowierer verweisen stets darauf, ausschließlich mit sterilisierten Nadeln zu arbeiten.

Sollte dies nicht geschehen, könnte ein großer Anteil jüngere Menschen virusexponiert sein. In den USA trägt jeder dritte unter 30-Jährige ein Tattoo, in Kanada sind es 8 Prozent der Schüler und 21 weitere Prozent äußern in Umfragen den Wunsch auf eine Tätowierung, wie Siavash Jafari von der Universität von British Columbia in Vancouver schreibt. 

Der Forscher schätzt, dass sechs Prozent aller Hepatitis C-Infektionen in Kanada mit Tattoos assoziiert sind. Die Auswertung von 83 Querschnitts- und Kohortenstudien, die Jafari zusammengefasst in einer Meta-Analyse ausgewertet hat, ergab, dass Tätowierte 2,74-fach häufiger an Hepatitis C erkrankt waren.

Eine besonders hohe Assoziation gab es in der Untergruppe der Konsumenten von nicht injizierbaren Drogen. Bei ihnen waren Tattoos 5,74-fach häufiger mit Hepatitis-C assoziiert. Das hohe Infektionspotenzial von Tätowierungen geht aus einer weiteren Zahl hervor: Unter den Gefängnisinsassen waren 12 bis 25 Prozent aller Hepatitis-C-Infektionen mit dem Tragen von Tattoos assoziiert.

Im Gefängnis werden die meisten Tätowierungen von Insassen durchgeführt. Verwendet wird dabei alles, was farbig ist: von der Wandfarbe über die Tinte des Computerdruckers bis hin zu industriellen Kohlenstoffen. Neben dem Infektionsrisiko stellen diese Stoffe natürlich auch aus toxikologischen Gründen eine Gefahr für die Gesundheit der Insassen dar. © rme/aerzteblatt.de

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