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Risiken radioaktiver Strahlung nach Atombombenabwurf unterschätzt

Mittwoch, 11. August 2010

Berlin – Die Gefahr radioaktiver Strahlung wurde aufgrund statistischer Auswertungsfehler der Daten von Hiroshima und Nagasaki über viele Jahre unterschätzt. Zu diesem Schluss kommen die Internationalen Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW) in einem Überblickspapier zu den gesundheitlichen Spätfolgen der Atombombenabwürfe. Mit dem Papier will die Organisation auch vor den Gefahren geringer radioaktiver Strahlung warnen.
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Die Ärzteorganisation stellt die Verlässlichkeit der Aussagen des japanischen Forschungsinstituts für Strahlenfolgen (RERF) über die Zahl der Krebserkrankungen infolge der Atombombenabwürfe infrage.

Ihrer Ansicht nach müsse die Zahl weit höher liegen, weil die so genannte „gesunde“ Kontrollgruppe ebenfalls der Strahlung ausgesetzt gewesen sei. Zudem seien die Vergleichsergebnisse kaum repräsentativ, da schwächere Strahlenopfer wie Kinder und Senioren zum Zeitpunkt der Untersuchung bereits gestorben gewesen seien, monierte die IPPNW.

Diese Verfälschung falle besonders deshalb ins Gewicht, weil die japanischen Daten auch der Internationalen Kommission für Strahlenschutz (ICRP) als Grundlage für Strahlen-Grenzwerte dienten.

„Auf Grundlage solcher falscher, aber wissenschaftlich legitimierter Daten wurden Strahlenwirkungskurven erstellt, die Strahlungsrisiken jahrelang relativiert haben“, kritisieren die Atomkraftgegner. Erst seit fünf Jahren sei allgemein akzeptiert, dass auch geringe Strahlendosen Krebs auslösen könnten. © hil/aerzteblatt.de

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