Sydney – Der Beginn der Dialyse kann bei Patienten mit chronischem Nierenversagen gefahrlos hinausgeschoben werden, bis erste Symptome einer Urämie auftreten. Dies ergab eine randomisierte klinische Studie im New England Journal of Medicine (2010; 363: 609-619).
Die Zahl der Dialysebehandlungen hat in den letzten Jahren auch deshalb zugenommen, weil die Nephrologen zu einem immer frühzeitigeren Beginn der Behandlung tendieren. So hatten in den USA im Jahr 1996 nur 19 Prozent der Patienten zu Beginn der Dialyse eine glomeruläre Filtrationsrate (GFR) von mehr als 10 ml/min/1,73m2. Im Jahr 2005 waren es bereits 45 Prozent.
Dies verbraucht nicht nur enorme wirtschaftliche Ressourcen, ein zu früher Beginn setzt auch die Lebensqualität der Patienten herab. Wird die Dialyse aber zu lange hinausgezögert, kann dies den vorzeitigen Tod des Patienten zur Folge haben.
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Nachdem retrospektive Studien die Vorteile eines frühen Dialysebeginns infrage gestellt hatten, wurde dies erstmals in einer prospektiven Studie untersucht. An der „Initiating Dialysis Early and Late“ oder IDEAL-Studie wurden an 32 Zentren in Australien und Neuseeland 828 erwachsene Patienten auf einen frühen (GFR 10-14 ml/min/1,73m2) und späten (GFR 5-7 ml/min/1,73m2) Beginn der Dialyse randomisiert.
Selbstverständlich wurde mit der Dialyse auch dann begonnen, wenn die Patienten erste Symptome einer Urämie zeigten. Dies war bei drei Vierteln der Patienten in der Spät-Gruppe der Fall. Insgesamt scheint diese abwartende Haltung den Patienten jedoch nicht geschadet zu haben.
Wie die Gruppe um Bruce Cooper vom North Shore Hospital in Sydney berichtet, war die Sterberate bei einem späten Beginn sogar tendenziell geringer (36,6 vs. 37,6 Prozent, Unterschied nicht signifikant). Auch hinsichtlich der Komplikationen (kardiovaskuläre Ereignisse, Infektionen oder Dialysekomplikationen) gab es keine Unterschiede.
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