Schneller Herzschlag verkürzt das Leben
Freitag, 13. August 2010
New York – Ein schneller Ruhepuls geht bei Hypertonikern mit einer deutlich erhöhten Sterblichkeit einher. Dies ergab eine Studie im European Heart Journal (2010; doi: 10.1093/eurheartj/ehq225).
Der Kardiologe Peter Okin vom Weill Cornell Medical Center in New York City hat die Daten der „Losartan Intervention for Endpoint Reduction“ oder LIFE-Studie erneut ausgewertet. An dem Therapievergleich zwischen einem Sartan und einem Betablocker hatten mehr als 9.000 Hypertoniker teilgenommen, bei denen es bereits zu einer linksventrikulären Hypertrophie gekommen war, einer typischen Folge der Hochdruckerkrankung.
Ob die Patienten in den folgenden 4,8 Jahren den Endpunkt der Studie (kardiovaskuläre Ereignisse) erreichten, hing nicht nur von der Wahl des Medikaments ab – Lorsartan war hier Atenolol etwas überlegen (Lancet 2002; 359: 995-1003) –, sondern auch von der erzielten Herzfrequenz.
Patienten mit einem Pulsschlag von mehr als 84 pro Minute hatten ein um 55 Prozent größeres Risiko, an Herzinfarkt oder Schlaganfall zu sterben als Teilnehmer mit einer niedrigeren Herzfrequenz. Das Gesamtsterberisiko war sogar um 79 Prozent erhöht.
Die Assoziation war linear: Jeder Anstieg der Herzfrequenz um 10 Schläge in der Minute bedeutete eine um 16 Prozent erhöhte kardiovaskuläre und eine um 25 Prozent erhöhte Gesamtsterblichkeit, hat Okin ermittelt.
Alle Assoziationen waren signifikant und aufgrund der hohen Teilnehmerzahl kann Okin zeigen, dass das Risiko unabhängig von der Wahl der Medikamente, dem Ausmaß der Blutdrucksenkung, dem Rückgang der linksventrikulären Hypertrophie oder anderen EKG-Zeichen war.
© rme/aerzteblatt.de
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