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Parkinson eine Autoimmunerkrankung?

Montag, 16. August 2010

Albany/New York – Eine genomweite Assoziationsstudie (GWAS) bringt die sporadische Form der Parkinson-Erkrankung mit den gleichen HLA-Antigenen in Verbindung, die auch eine multiple Sklerose begünstigen. Die Studie in Nature Genetics (2010; doi: 10.1038/ng.642) wirft die Frage auf, ob der Morbus Parkinson eine autoimmune Genese haben könnte.

Das Team um Haydeh Payami vom Health Wadsworth Center in Albany im US-Staat New York hat die Gene von 2.000 Parkinson-Patienten und 2.000 Gesunden verglichen. Sie stießen dabei auf die Variante rs3129882 in der Nähe des HLA-DRA-Gens.

Dort wird das DR-Antigen kodiert, das ein wichtiger Bestandteil der T-Zell-Antwort des Immunsystems ist. Eine Reihe von Autoimmunerkrankungen ist mit HLA-DR assoziiert, darunter die multiple Sklerose. Die Genvariante rs3129882 befindet sich zwar nicht auf dem Teil des Gens, das Proteine kodiert. Frühere Studien lassen jedoch vermuten, dass es die Bildung beeinflusst.

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Damit könnte eine Autoimmunreaktion an der Pathogenese der Parkinsonerkrankung beteiligt sein. Payami verweist auf frühere Studien, die nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAID) eine protektive Wirkung zuschreiben. Die Effektstärke wäre jedoch gering, sofern die NSAID wirklich wirksam sind.

In einer kürzlich in Neurology (2010; 74: 995-1002) publizierten Meta-Analyse ermittelten Joshua Gagne und Mitarbeiter von der Harvard School of Public Health in Boston, dass die Einnahme von NSAID mit einer 15 Prozent verminderten Rate von Parkinson-Erkrankungen verbunden ist. Die Wirkung von Ibuprofen, dem Payami jetzt eine besonders gute protektive Wirkung nachsagt, war nicht stärker.

Immerhin gab es Hinweise auf eine Dosis-Wirkungsbeziehung: Eine länger dauernde Einnahme war mit einem um 29 Prozent verminderten Erkrankungsrisiko assoziiert. Acetylsalicylsäure und Paracetamol hatten keine protektive Wirkung.

Angesichts der Nebenwirkungen von NSAID dürfte die Empfehlung auf eine vorbeugende Einnahme von NSAID unter Experten nicht konsensfähig sein. Ob sich aus der Studie Anregungen zu Studien ergeben, etwa zur Begleitbehandlung nach Manifestation der Erkrankung, bleibt abzuwarten. © rme/aerzteblatt.de

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