Witten/Herdecke – Seit 1970 töteten 35 Kranken- und Altenpfleger in Deutschland gezielt 326 Patienten. Dabei weisen die von Medien und Kollegen oft als „Todesengel“ oder „Vollstrecker“ bezeichneten Pfleger in der Regel ein eindeutiges Täterprofil auf.
Das hat Psychiater Karl Beine der Universität Witten/Herdecke ermittelt. „Sie sind meist männlich, in ihrem Team die Außenseiter und geben sich vor ihrer Tat oft zu erkennen“, resümiert Beine in seinem jetzt erschienenen Buch „Krankentötungen in Kliniken und Heimen - Aufdecken und Verhindern".
Vor diesem Hintergrund plädiert Beine dafür, Frühwarnzeichen gezielter Tötungsserien ernster zu nehmen. „In fast jedem der Fälle hätte die Umgebung mit genügend Aufmerksamkeit die Taten verhindern können“, vermutet Beine. So könnten beispielsweise eine rohe Sprache gegenüber den Patienten, fehlende Medikamente auf Station oder eine erhöhte Sterblichkeit in Anwesenheit bestimmter Mitarbeiter durchaus auf eine Tötungsserie hinweisen.
| Versenden | Teilen |
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.