Boston – Bier, aber keine anderen alkoholischen Getränke, waren in einer prospektiven Beobachtungsstudie in den Archives of Dermatology (2010; doi: 10.1001/archdermatol.2010.204) mit einem erhöhten Psoriasisrisiko assoziiert.
Ein erhöhter Alkoholkonsum vieler Psoriasispatienten war bereits in früheren Studien aufgefallen. Er wurde aber stets als Folge der Erkrankung gedeutet. Denn die Dermatose belastet viele Patienten stark, und eine Flucht in den Alkohol erschien eine verständliche, wenn auch nicht ratsame Folge zu sein.
Die Analyse der Nurses' Health Study II durch Abrar Qureshi von der Harvard Medical School in Boston zeigt aber, dass der Alkoholkonsum der Erkrankung häufig vorausgeht. Von den 82.869 Frauen, die 1991 im Alter von 27 bis 44 Jahren für die Studie rekrutiert wurden und die damals noch nicht an der Schuppenflechte litten, erkrankten bis 2005 insgesamt 1.150 neu an einer Psoriasis.
Das Neuauftreten der Erkrankung war signifikant mit dem Konsum von Alkohol assoziiert. Qureshi errechnet ein multivariates relatives Risiko von 1,72 für den Konsum von 2,3 alkoholischen Getränken in der Woche oder mehr.
Dank der detaillierten Fragebögen der Nurses' Health Study II konnte Qureshi zwischen einzelnen alkoholischen Getränken differenzieren. Dabei stellte sich heraus, dass nur der Konsum von Bier die Psoriasis begünstigt: 5 oder mehr Getränke pro Woche erhöhten das Psoriasisrisiko um 76 Prozent (multivariates relatives Risiko 1,76 (95-Prozent-Konfidenzintervall 1,15-2,69).
Unter den Frauen, deren Eigendiagnose durch den Psoriasis Screening Tool (Vorlage von typischen Fotos der Veränderungen an Haut, Nägeln und Haaransatz) bestätigt wurde, erhöhte der genannte Bierkonsum das Risiko sogar um den Faktor 2,29 (1,36-3,85).
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Die Studie ist letztlich auch kein Beweis dafür, dass Bier die Erkrankung auslöst. Denkbar ist, dass der Konsum von Bier für eine bestimmte Lebensweise steht, die die Dermatose begünstigt. Offen bleiben muss auch, ob Männer gleichermaßen durch den Konsum von Alkohol gefährdet wären wie Frauen.
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