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Herzinfarkt: Beim STEMI zählt jede Stunde

Mittwoch, 18. August 2010

Aarhus – Je kürzer die Zeit zwischen Notruf und koronarer Reperfusion in der Klinik ist, desto besser sind die Überlebenschancen von Patienten mit einem schweren Herzinfarkt. Dies belegt eine Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2010; 304: 763-771), in der erstmals die Auswirkungen einer sogenannten System-Verzögerung auf die Sterblichkeit untersucht wurden.

Die Therapie des ST-Hebungsinfarkts (STEMI) besteht in einer möglichst schnellen Reperfusion, die heute in einer Fibrinolyse oder besser noch in einer perkutanen koronaren Intervention (PCI) besteht. Sie sollte spätestens 12 Stunden nach dem Symptombeginn erfolgen – am besten aber, je schneller, desto besser.

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Von den 6.209 Patienten, die in den Jahren 2002 bis 2008 an drei PCI-Zentren in Jütland behandelt wurden, gelang es bei 43 Patienten, die Reperfusion innerhalb von 60 Minuten nach dem Eintreffen des Notrufs durchzuführen.

Von diesen Patienten starben 15,4 Prozent in den folgenden 3,4 Jahren, wie Christian Juhl Terkelsen von der Universität Aarhus durch den Abgleich mit dem dänischen Sterberegister recherchieren konnte, das als umfassend und zuverlässig eingestuft wird.

Bei einer System-Verzögerung von 61 bis 120 Minuten stieg die Sterblichkeit auf 23,3 Prozent, in der dritten Stunde waren es bereits 28,1 Prozent, und von den Patienten, bei denen vier bis sechs Stunden vom Eintreffen des Notrufs bis zum Herzkatheter verstrichen, starben später 30,8 Prozent.

Für die Verzögerung kann es viele Gründe geben, die ebenfalls das Sterberisiko erhöhen. So ist vorstellbar, dass Patienten mit Begleiterkrankungen wie Diabetes oder einer bereits bestehenden Herzinsuffizienz nicht sofort nach der Aufnahme in der Klinik revaskularisiert werden können.

Dann wären die Begleitumstände und nicht die System-Verzögerung für die erhöhte Sterblichkeit verantwortlich. Die Autoren versuchen diesen Einwand in einer Multivariat-Analyse auszuschließen, die Geschlecht, Body-Mass-Index, frühere Herzinfarkte und die Therapie einer Hypertonie berücksichtigt.

Falls dies gelungen sein sollte, dann ist jede System-Verzögerung von einer Stunde mit einem Anstieg der Sterberate um 10 Prozent verbunden (adjustierte Hazard Ratio 1,10; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,04-1,16).

Auch die Dauer der einzelnen Komponenten der System-Verzögerung wie die Transportzeit in die Klinik und die “Door-to-Ballon”-Zeit (“D2B”) waren mit einer erhöhten Sterblichkeit assoziiert. Die Studie bestätigt die Bemühungen vieler Zentren, die Triage der Patienten zu verbessern und die “D2B”-Zeiten zu verkürzen. © rme/aerzteblatt.de

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