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Politik

Kassen wollen weiter Wahltarife anbieten

Donnerstag, 19. August 2010

Düsseldorf – Die gesetzlichen Krankenkassen haben die geplante Einschränkung der Wahltarife und eine Stärkung der privaten Krankenversicherung (PKV) im Rahmen der Gesundheitsreform scharf kritisiert.

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„Die Bundesregierung ist dabei, ein Hilfsprogramm für die PKV aufzulegen“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Barmer/GEK, Birgit Fischer, der Rheinischen Post vom Donnerstag. Offensichtlich wolle die Regierung die Marktposition der PKV zulasten der gesetzlichen Krankenkassen stärken.

Weiter kritisierte die Kassenchefin, es wäre grundsätzlich falsch, Gestaltungsspielräume der gesetzlichen Krankenversicherung auch im Bereich der Wahltarife einzuschränken. „Letztendlich geht es nicht darum, wer die Angebote, sondern wer die besten Angebote macht.“

Der Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland/Hamburg, Wilfried Jacobs, bezeichnete eine Einschränkung der Wahltarife als „Klientelpolitik par excellence“. Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisierte in der Thüringer Allgemeinen vom Donnerstag, dass bei der geplanten Gesundheitsreform die privaten Anbieter auf Kosten der gesetzlichen Versicherungen bevorteilt würden.

Vor allem den geplanten vereinfachten Wechsel von der gesetzlichen in die private Versicherung beklagt Lauterbach als „weitere Entsolidarisierung im Gesundheitssystem“. © ddp/aerzteblatt.de

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