London – Britische Forscher haben einen Bluttest entwickelt, der erstmals eine aktive von einer latenten Tuberkulose unterscheiden kann. Der in Nature (2010; 466: 973-977) vorgestellte Test beruht auf einer spezifischen Reaktion des Immunsystems auf den Erreger.
Der Tuberkulin-Hauttest kann nur erkennen, ob das Immunsystem schon einmal Kontakt zum Tuberkuloseerreger oder einem Impfstoff hatte. Der Test bleibt auch nach einer ausgeheilten Tuberkulose positiv.
Der vor einigen Jahren entwickelte gamma-Interferon-Test kann schon eher erkennen, ob sich noch Erreger im Körper befinden. Da aber die meisten Tuberkuloseinfektionen latent verlaufen und die Patienten niemals erkranken, fehlt ein Test, der eine drohende aktive Tuberkulose anzeigt. Die Gruppe um Anne O'Garra vom National Institute for Medical Research in London glaubt jetzt einem solchen prädiktiven Test gefunden zu haben.
Wie der gamma-Inferferon-Test wird nicht der Erreger selbst nachgewiesen, sondern die Reaktionsbereitschaft des Immunsystems. Bei einer aktiven Tuberkulose kommt es in den neutrophilen Granulozytnen zur Bildung von sogenannten Typ-I-Interferonen.
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