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Tuberkulose: Gen-Signatur zeigt aktive Erkrankung an

Donnerstag, 19. August 2010

London – Britische Forscher haben einen Bluttest entwickelt, der erstmals eine aktive von einer latenten Tuberkulose unterscheiden kann. Der in Nature (2010; 466: 973-977) vorgestellte Test beruht auf einer spezifischen Reaktion des Immunsystems auf den Erreger.

Der Tuberkulin-Hauttest kann nur erkennen, ob das Immunsystem schon einmal Kontakt zum Tuberkuloseerreger oder einem Impfstoff hatte. Der Test bleibt auch nach einer ausgeheilten Tuberkulose positiv.

Der vor einigen Jahren entwickelte gamma-Interferon-Test kann schon eher erkennen, ob sich noch Erreger im Körper befinden. Da aber die meisten Tuberkuloseinfektionen latent verlaufen und die Patienten niemals erkranken, fehlt ein Test, der eine drohende aktive Tuberkulose anzeigt. Die Gruppe um Anne O'Garra vom National Institute for Medical Research in London glaubt jetzt einem solchen prädiktiven Test gefunden zu haben.

Wie der gamma-Inferferon-Test wird nicht der Erreger selbst nachgewiesen, sondern die Reaktionsbereitschaft des Immunsystems. Bei einer aktiven Tuberkulose kommt es in den neutrophilen Granulozytnen zur Bildung von sogenannten Typ-I-Interferonen.

Der Test weist die dabei aktivierten Transkriptionsgene nach. In ersten Untersuchungen gab es eine gute Korrelation mit der radiologischen Ausdehnung der aktiven Tuberkulose. Der Test fiel aber auch bei jedem zehnten Patienten mit latenter Tuberkulose positiv aus. Ob es sich hierbei um Patienten handelt, bei denen der Ausbruch einer aktiven Erkrankung bevorsteht, ist noch nicht klar.

Typ-I-Interferone werden auch bei anderen Erkrankungen aktiviert, unter anderem beim systemischen Lupus erythematodes. Die Gen-Signatur unterscheidet sich nach Angabe der Autoren aber deutlich von der einer aktiven Tuberkulose. Der Test wurde in einer zweiten Gruppe von Tuberkulosepatienten aus Südafrika validiert. Prospektive Studien zum klinischen Stellenwert des Tests stehen allerdings noch aus. © rme/aerzteblatt.de

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