Politik

Koalition will Transplantationsmedizin besser organisieren

Montag, 23. August 2010

Berlin – Gesundheitspolitiker von Union und FDP wollen die Organspende in Deutschland verbessern. Sie stellten am Montag in Berlin eine Initiative zur Änderung des Transplantationsgesetzes vor.

Danach sollen alle Krankenhäuser mit mehr als 100 Betten und einer Intensivstation mit Beatmungsplätzen bundeseinheitlich dazu verpflichtet werden, Stellen und Arbeitszeit für einen ärztlichen Transplantationsbeauftragten und -assistenten bereitzuhalten, wie der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Zöller (CSU), mitteilte. Die Kliniken sollen die erforderliche Arbeitszeit einräumen und die Tätigkeiten mit Vergütungszuschlägen honorieren.

Ziel der Initiative, die auch vom Obmann der CDU/CSU im Gesundheitsausschuss, Rolf Koschorrek (CDU), und der stellvertretenden FDP-Fraktionsvorsitzenden Ulrike Flach mitgetragen wird, ist eine bessere Versorgung mit Spenderorganen und eine Verkürzung von Wartezeiten für Organempfänger.

Zöller erklärte dazu, in der Bevölkerung gebe es eine positive Einstellung zur Organspende, auch wenn immer noch relativ wenige Menschen einen Organspendeausweis besitzen. „Es ist davon auszugehen, dass wir in Deutschland deutlich mehr Spenderorgane transplantieren könnten, wenn die Krankenhäuser ihrer Meldepflicht potenzieller Organspender im erforderlichen Maße nachkommen würden.“

Von den 1.350 Krankenhäusern, die von der Deutschen Stiftung Organtransplantation betreut würden, meldeten nur rund die Hälfte mindestens eine Organspende im Jahr. „Schätzungen gehen davon aus, dass bisher nur 40 Prozent aller Klinikpatienten, bei denen der Hirntod festgestellt wurde, als potenzielle Organspender gemeldet werden.“

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Flach erklärte, die zentrale Aufgabe des Transplantationsbeauftragten müsse es sein, den Hirntod eines potenziellen Spenders zu diagnostizieren. Zu den weiteren Kernaufgaben zähle es, mit Patienten, die als potenzielle Organspender infrage kommen, und ihren Angehörigen Gespräche hinsichtlich einer eventuellen postmortalen Organspende zu führen. © kna/aerzteblatt.de

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wkmops
am Mittwoch, 25. August 2010, 17:55

Was für eine Unsinn....

Ärzte, die den Hirntod diagnostizieren, müssen bekanntlich unabhängig vom eigentlichen Transpantationsteam sein, was soll da also dabei der TP-Beauftragte?

Auch ist es schön sich vorzustellen, wie er eifrig in der Gegend herumhüpft, um die potentiellen Unfallopfer, die ja bei weitem den Löwenanteil der möglichen Explantationskandidaten stellen, noch zu ansprechbaren Zeiten in ein Gespräch über eine evtl. Organspende zu verwickeln wie oben angeführt...

ein bisschen sollte man sich auch als Politiker und/oder als Berichterstatter( von beiden kann ja der Blödsinn stammen) mit der Materie vertraut machen....

auch die Einrichtung von Beauftragten in "Mini-Kliniken", in denen vielleicht alle 3-4 Jahre ein Hirntodfall vorkommt, ist angesichts der damit zwangsläufig fehlenden Erfahrung im Management nicht zielführend. Viel besser wäre es , das Geld in verstärkte Anreize für erfolgreiche Transplantationen zu in- vestieren.
Es bleibt ferner dabei.:solange wir die bisherige grundsätzliche Regelung beibehalten, dass im Falle eines fehlenden mutmaßlichen Willens des Hirntoten (was bekanntlich sehr häufig vorkommt) doch wieder die Entscheidunglast den überforderten und emotional zerrissenen Angehörigen aufgeladen wird, dürfte die Explantationsquote nicht wesentlich steigen.
Wir brauchen daher nach wie vor eine Entscheidungslösung mit der Festlegung anlässlich jeder Ausweisverlängerung. Damit entlasten wir die Angehörigen und erhöhen mit Sicherheit das Spendenaufkommen.

W.Kriegel

Alss andere ist Augenwischerei und populistischer Aktionismus!!
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