Eingeloggt als

Suchen in

6.844 News Medizin

Medizin

Brustkrebs-Protein im Labor hergestellt

Montag, 30. August 2010

Davis – Sechzehn Jahre nach der Entdeckung des Brustkrebsgens BRCA2 ist es US-Wissenschaftlern gelungen, das im Gen kodierte Protein gentechnisch herzustellen. Sie hoffen auf neue Ansätze in der Tumortherapie.

Die beiden Brustkrebsgene BRCA1 und BRCA2 wurden 1994 geklont. Schon damals wurde vermutet, dass sie eine wichtige Aufgabe in der DNA-Reparatur haben. Die DNA wird nicht nur durch ionisierende Strahlen und Karzinogene geschädigt. Auch bei normalen Kopiervorgängen kann es zu Fehlern kommen.

Wenn die BRCA-Reparaturmechanismen ausfallen, springen vermutlich andere ein, doch in der Brustdrüse und im Ovar können diese ein Krebswachstum oft nicht verhindern. Trägerinnen von BRCA1/2 haben ein hohes Lebenszeitrisiko von 60 Prozent auf ein Mammakarzinom und von 55 Prozent BRCA1) beziehungsweise 25 Prozent (BRCA2) auf ein Ovarialkarzinom.

Nach heutigen Vorstellungen binden BRCA1 und BRCA2 an ein drittes Protein, RAD51, das dann die Reparatur erledigt. Die genauen Zusammenhänge waren nicht bekannt, weil es bisher nicht gelungen war, die beteiligten Proteine künstlich herzustellen. Dies scheiterte an der enormen Größe der Proteine.

BRCA2 umfasst 3.418 Aminosäuren. Erst nach mehrjährigen Bemühungen gelang es jetzt der Gruppe um Stephen Kowalczykowski von der Universität von Kalifornien in Davis BRCA2 in gentechnisch veränderten Nierenzellen herzustellen (Nature 2010; doi: 10.1038/nature09399). Damit konnten die Forscher die genauen Vorgänge bei der DNA-Reparatur aufklären.

BRAC2 bildet mit BRCA1 und RAD51 einen Komplex. Dieser Apparat sucht dann auf den Einzelsträngen der DNA nach Kopierfehlern und repariert sie. Weitere Einzelheiten hierzu konnte die Gruppe um Wolf-Dietrich Heyer, ebenfalls von der Universität in Davis klären (Nature Structural & Molecular Biology 2010; doi: 10.1038/nsmb.1904).

Die Produktion von BRCA2 im Labor ermöglicht es den Forschern nicht nur die genauen Vorgänge bei der DNA-Reparatur nachzustellen. Sie können auch nach Substanzen suchen, die die Interaktion von BRCA1, BRCA2 und RAD51 aktivieren oder blockieren.

Im ersten Fall ergäbe dies vielleicht Medikamente, die den Ausbruch der Krebserkrankungen bei BRCA1/2-Trägerinnen verhindern. Im zweiten Fall könnten Medikamente gegen Krebserkrankungen selbst stehen. Ein solcher Ansatz wird derzeit mit den sogenannten PARP-Inhibitoren versucht. Diese Mittel verhindern die DNA-Reparatur selektiv in BRCA-Tumoren. Olaparib hat in ersten klinischen Studien vielversprechende Resultate erzielt. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige
Drucken Versenden Teilen
6.844 News Medizin

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste