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US-Gericht stoppt staatliche Förderung für Stammzellenforschung

Dienstag, 24. August 2010

Washington – In den USA deutet sich erneut eine mögliche Kehrtwende in der Stammzellenforschung an. Ein Gericht in Washington stoppte am Montag per Eilentscheid die staatliche Förderung der Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen.

Nun kann ein Zusammen­schluss mehrerer Gruppen, darunter christliche Organisationen, gegen die umstrittene Forschungs­förderung klagen, die US-Präsident Barack Obama erst im vergangenen Jahr erlaubt hatte.  

Nach Auffassung von Richter Royce Lamberth wiesen die Antragsteller, darunter mehrere christliche Organisationen, nach, dass eine Klage gegen die Förderung „gute Erfolgsaussichten“ habe. Das Bündnis argumentiert, dass Obamas Regelung gegen Gesetze verstößt, nach denen es untersagt ist, Forschung finanziell zu unterstützen, bei der menschliche Embryonen zerstört werden.  

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Die Forschung an embryonalen Stammzellen sei „eindeutig Forschung, bei der ein Embryo zerstört wird“, urteilte Richter Lamberth. „Wenn Stammzellen aus einem Embryo entnommen werden, hat das die Zerstörung des Embryos zur Folge“, heißt es in seiner Begründung weiter. Deshalb sei die embryonale Stammzellforschung sogar „darauf angewiesen“, dass menschliche Embryonen zerstört werden.  

Das Justizministerium in Washington kündigte an, die Entscheidung des Gerichts prüfen zu wollen. Die Regierung von Präsident Obama hat nun die Möglichkeit, den Gerichtsentscheid anzufechten oder abzuwarten, bis der Fall abschließend vor Gericht geklärt wird.   

Erst im März des vergangenen Jahres hatte Obama den Kurs seines Amtsvorgängers George W. Bush in der Stammzellforschung revidiert und angekündigt, dass die Forschung an embryonalen Stammzellen in den USA wieder mit staatlichen Mitteln unterstützt und vorangetrieben werden solle.

Als Begründung hatte Obama unter anderem angeführt, dass es durch die Stammzellforschung Durchbrüche bei der Heilung schwerer Krankheiten geben könnte.  

Unter Bush war der Einsatz von Staatsgeldern für die Stammzellforschung eingegrenzt. Staatliche Gelder gab es nur für die wissenschaftliche Arbeit an solchen menschlichen embryonalen Stammzell-linien, die vor August 2001 gewonnen worden waren. Obama erlaubte dann die staatliche Förderung der Arbeit auch an neu gewonnenen Stammzelllinien. © afp/aerzteblatt.de

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