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Brustkrebs: Hohe Risiken neuer bildgebender Verfahren

Dienstag, 24. August 2010

Aurora/Colorado – Zwei neue nuklear­medizinische Verfahren, die die Diagnostik des Mammakarzinoms verbessern, gehen Berechnungen in Radiology (Online) zufolge mit einem deutlich erhöhten Strahlenrisiko einher.
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Das “breast-specific gamma imaging” (BSGI) ist eine neue Variante der Szintigrafie. Dabei wird die Brustdrüse mit einer Gammakamera nach Regionen abgesucht, in denen ein zuvor intravenös applizierter Radiotracer (99mTc-Sestamibi) vermehrt gespeichert wird.

Das BSGI verbessert die Differenzialdiagnose bei knotigen Veränderungen. Ähnliche Vorteile verspricht die Positronen­emissions­mammografie (PEM), eine Variante der Positronenemissionstomografie, für die ebenfalls ein radioaktiver Tracer appliziert werden muss. In den USA sind beide Verfahren bereits eingeführt.

Die Strahlenbelastung ist deutlich höher als bei einer Röntgenuntersuchung der Mamma und außerdem bleibt die Exposition nicht auf die Brust beschränkt, warnt Edward Hendrick von der Universität von Colorado-Denver in Aurora in einer Risikoabschätzung, die au auf den Modellrechnungen des aktuellen BEIR (Biological Effects of Ionizing Radiation)-VII-Berichts beruht.

Danach kommen auf 100.000 mammografierte Frauen im Alter von 40 Jahren 1,3 bis 1,7 zusätzliche Brustkrebserkrankungen durch die Röntgenuntersuchung. Bei einer einzigen BSGI ist das Risiko 20 bis 30 Mal höher, berichtet Hendrick. Für die PEM errechnete er ein 23-fach erhöhtes Lebenszeitrisiko, das damit nach einer einzigen Untersuchung im Bereich einer Frau liegen dürfte, die ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig am Mammografiescreening teilnimmt.

Bei BSGI und PEM kommt hinzu, dass das Risiko anders als nach der Mammografie nicht allein auf die Brustdrüse beschränkt ist. Auch Krebserkrankungen in Darm, Nieren, Blase, Gallenblase, Uterus und Ovar könnten als Folge von BSGI und PEM auftreten, schreibt der Radiologe.

In einer anderen Darstellung vergleicht er die Exposition mit der natürlichen Strahlenbelastung durch radioaktive Elemente in der Erde und kosmische Strahlung. Sie beträgt in den USA etwa 3 Millisievert (mSv) pro Jahr.

Die Äquivalenzdosis einer durchschnittlichen Mammografie in zwei Ebenen beträgt 0,56 mSv bei der digitalen Mammographie sind es nur noch 0,44 mSv, also etwa ein Sechstel der natürlichen Jahresbelastung. Die effektive Dosis einer BSGI (6,2 mSv) und einer PEM (9,4 mSv) entsprechen nach den Berechnungen von Hendrick dem Mehrfachen der natürlichen Strahlenbelastung.

Diese Zahlen zeigen laut Hendrick, dass die Indikation der beiden neuen bildgebenden Verfahren sehr eng gestellt werden sollten. Für das Brustkrebsscreening seien die beiden Verfahren schon aus strahlenbiologischen Gründen nicht geeignet. © rme/aerzteblatt.de

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adonis
am Mittwoch, 25. August 2010, 09:11

Ich hoffe man führt nicht eine Testikolographie ein

Brustkrebs durch durch Mammographie? Eine Methode schafft sich ihr eigenes Patientenklientel. Und nun flächendeckend in Deutschland als Screening eingeführt.
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