Linköping – Schwedische Ophthalmologen haben mehrere Patienten mit Hornhauttrübung erfolgreich mit einer biosynthetischen Cornea versorgt. Die „künstliche“ Hornhaut wurde nach einer Studie in Science Translational Medicine (2010; 2: 46ra61) langsam von den Zellen des Patienten besiedelt und zwei Jahre nach der Transplantation hatten sechs von zehn Patienten einen befriedigenden Visus.
Die menschliche Cornea besteht zu 70 Prozent ihres Trockengewichts aus Typ-1-Kollagen. Typ-1-Kollagen kann aus Rindern oder Schweinen gewonnen werden. Seit einiger Zeit stellt die kalifornische Firma Fibrogen menschliches Kollagen auch rekombinant her.
Es bildete das Ausgangsmaterial für die biosynthetische Hornhaut, die May Griffith und Mitarbeiter vom Ottawa Hospital Research Institute entwickelt haben. Die einzelnen Kollagenmoleküle sind in der „künstlichen“ Hornhaut chemisch vernetzt, was einerseits die Transparenz erhalten und andererseits einen Abbau durch Kollagenasen verhindern soll. Als Transplantat bildet sie eine Matrix, in die zelluläre Bestandteile und Nervenfasern vom Limbus aus, dem Rand der Hornhaut, wieder einwachsen können.
In den letzten zwei Jahren wurden zehn Patienten von Per Fagerholm, einem Augenchirurgen der Universität Linköping, jeweils an einem Auge mit den biosynthetischen Corneatransplantaten versorgt. Es handelt sich um Patienten mit einer extremen Hornhautverkrümmung (Keratokonus) oder einer Hornhauttrübung, welche den Visus stark einschränkte.
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An sechs der zehn Augen hat sich der Visus von 20/400 auf 20/100 verbessert. Eine Refraktionsstörung konnte nach Angaben der Autoren durch Kontaktlinsen so weit behoben werden, dass die Ergebnisse des biosynthetischen Transplantates nicht hinter denen einer konventionellen Hornhauttransplantation zurückfallen.
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