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Umfrage: Weniger Sterbehilfe durch religiöse Ärzte

Donnerstag, 26. August 2010

London – Religiöse Überzeugungen, nicht aber die ethnische Herkunft bestimmten in einer Umfrage unter britischen Ärzten im Journal of Medical Ethics (2010; doi:10.1136/jme.2010.036194) das Verhalten von Ärzten in Fragen der Sterbehilfe.

Die tiefe Sedation und der Verzicht auf lebenserhaltende Therapien gehören zu den umstrittenen Maßnahmen am Lebensende. Die Einstellungen zu diesen ethischen Fragen hängen stark von den religiösen Überzeugungen ab, auch bei Ärzten. Clive Seale von der Queen Mary University in London hat fast 4.000 Mediziner nach ihrem Verhalten bei dem letzten Patienten gefragt, den sie in der Sterbephase betreut hatten.

Er stellte fest, dass nichtreligiöse oder agnostische Ärzte eine Sterbehilfe doppelt so häufig praktizieren wie streng gläubige Mediziner. Und in den seltenen Fällen, in denen religiöse Ärzte sich dafür entschieden, auf lebensverlängernde Maßnahme zu verzichten, hatten sie dies vorher nicht mit den Patienten besprochen.

Eine weitere überraschende Erkenntnis: Ärzte auf Palliativstationen berichteten zehnfach seltener als Ärzte anderer Fachbereiche, dass sie Entscheidungen getroffen hätten, die das Lebensende des Patienten beschleunigen.

Die Herkunft der Ärzte hatte keinen Einfluss auf die Entscheidungen am Lebensende, auch wenn Gesetze zur Sterbehilfe von Medizinern europäischer und asiatischer Herkunft häufiger begrüßt wurden als in anderen ethnischen Gruppen. © rme/aerzteblatt.de

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