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Fuchs-Endotheldystrophie: Gen erhöht Erkrankungsrisiko

Donnerstag, 26. August 2010

Eugene – Ein Gen auf dem Chromosom 18 erhöht das Risiko, an einer Fuchs-Endotheldystrophie zu erkranken, um den Faktor 30. Dies berichten US-Ophthalmologen im New England Journal of Medicine (2010; doi: 10.1056/NEJMoa1007064).

Die Fuchs-Endotheldystrophie ist eine der häufigsten Augenerkrankungen. Bei etwa 5 Prozent der Erwachsenen über 40 Jahren sind bei der augenärztlichen Untersuchung kleine Läsionen zwischen Endothel und Descemetmembran der Cornea zu sehen.

Meistens bleibt dies ohne Folgen. Doch wenn diese Guttae zahlreicher werden, kommt es zu einer zunehmenden Eintrübung der Hornhaut. Die Fuchs-Endotheldystrophie ist der häufigste Grund für eine Hornhauttransplantation.

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Die Erkrankung ist zu einem großen Teil erblich, und von der Suche nach den verantwortlichen Genen versprechen sich die Forscher Anregungen für eine Therapie, die es bisher nicht gibt. Es wurden in der Vergangenheit auch einige Gene gefunden, die aber extrem wenige Erkrankungen erklärten.

Das jetzt von Albert Edwards von der Universität von Oregon in Eugene und Mitarbeitern entdeckte Gen könnte immerhin bei einigen Prozent der Betroffenen vorhanden sein. Homozygote Träger haben ein 30-fach erhöhtes Erkrankungsrisiko. Das lässt auf eine wichtige Rolle in der Pathogenese schließen. Doch die Erklärungen fallen nicht leicht.

Wie Edwards berichtet, kodiert das Gene einen Transkriptionsfaktor. Das Gen wird als “transcription-factor-4 gene” oder TCF4 bezeichnet. Sein Genprodukt ist das E2-2-Protein. Das E2-2-Protein kontrolliert das Wachstum und die Differenzierung von Zellen. Demnach könnte die Fuchs-Endotheldystrophie die Folge einer frühzeitigen Alterung des Cornea-Endothels sein.

Bislang geht die Forschung allerdings davon aus, dass dieses Endothel sich nicht regeneriert, so dass die genaue Funktion des E2-2-Proteins unklar bleibt. Außerdem entwickeln Menschen mit dem angeborenen Pitt-Hopkins-Syndrom (eine Kombination aus mentaler Retardierung mit bestimmten Gesichtszügen), das auf den kompletten Ausfall des E2-2-Proteins zurückgeht, keine Fuchs-Endotheldystrophie.

Die genaue Pathogenese bleicht deshalb rätselhaft. Ein Gentest erscheint so lange unsinnig, als es keine wirksame Therapie zur Vermeidung der Hornhauttrübung gibt. © rme/aerzteblatt.de

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