Mainzer Uniklinik trägt keine Schuld am Tod dreier Babys
Freitag, 27. August 2010
Mainz – Die Mainzer Uniklinik trifft nach Ansicht der Staatsanwaltschaft keine Schuld am Tod dreier Säuglinge. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden die Infusionen für die Babys offenbar aufgrund einer defekten Flasche verseucht, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Klaus-Peter Mieth am Freitag in Mainz sagte.
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Nach Einschätzung der an der Untersuchung beteiligten Experten konnten aufgrund eines Materialfehlers möglicherweise Keime in die Flasche eindringen und sich dort vermehren.
Die mit Darmbakterien verunreinigten Infusionslösungen hatten am Freitag vergangener Woche insgesamt elf Kinder erhalten. Zwei Säuglinge starben bereits einen Tag später, ein dritter Anfang dieser Woche.
Anfängliche Vermutungen, wonach die Keime womöglich aus verschmutzten Schläuchen stammen könnten, bestätigten sich nicht. Eine Verunreinigung durch medizinische Geräte oder Schläuche in der Klinikapotheke scheiden laut Staatsanwaltschaft als Ursache nach derzeitigen Erkenntnissen aus. Bei der Herstellung der Infusionen in der Uniapotheke sei alles einwandfrei abgelaufen, erklärte Klinik-Vorstand Norbert Pfeiffer.
Die Ermittler und Experten begründeten dies unter anderem mit der ungewöhnlich hohen Keimzahl, die in Proben nachgewiesen worden sei. Es sei davon auszugehen, dass eine der an die Universitätsmedizin gelieferten Ausgangslösungen bereits seit längerer Zeit bakteriell verunreinigt war.
Laut Mieth kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine der benutzten Flaschen im Zuge der Produktion oder des Transportes einen Haarriss bekommen habe, der unerkannt blieb.
Solche Materialfehler seien sehr selten, aber doch immer wieder einmal als Ursache für kontaminierte Infusionslösungen gefunden worden, erklärte Pfeiffer. Einerseits zeigte er sich erleichtert über das Ergebnis.
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