Berlin – Die Bundesärztekammer (BÄK) unterstützt die von der Regierungskoalition geplante Gesundheitsreform. Das teilten Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) und Ärztekammerpräsident Jörg-Dietrich Hoppe am Freitag im Anschluss an eine gemeinsame Sitzung mit. Hoppe bezeichnete Röslers Reformentwurf als „wichtigen Schritt“ zur Stabilisierung des deutschen Gesundheitssystems. Dazu trügen insbesondere auch die Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung sowie der Sozialausgleich bei.
Auch die weiteren Reformpläne Röslers stoßen in der Ärzteschaft auf positive Resonanz. Der Minister will die Möglichkeiten der Kostenerstattung ausweiten und dementsprechend die amtliche Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) zeitnah überarbeiten. Dies entspreche wiederholten Forderungen Deutscher Ärztetage, betonte die BÄK. „Kostenerstattung ermöglicht mehr Transparenz, fördert das Kostenbewusstsein und ist wichtige Voraussetzung für eine gezieltere Inanspruchnahme medizinischer Leistungen.“, so Hoppe.
Angesichts des erkennbareren Ärztemangels kündigten Röslers und Hoppe zudem Maßnahmen an, um den Arztberuf wieder attraktiver zu machen. Dazu sollen unter anderem eine modifizierte Bedarfsplanung, finanzielle Anreize sowie eine attraktivere Ausbildung beitragen. Auch die zielgerichtete Präventionsstrategie der Regierung kommt bei den Ärzten an. So wollen BÄK und BMG in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe vorrangige Präventionsziele definieren. Beide Seiten betonten, dass den ambulanten Ärzten bei Präventionsmaßnahmen eine Schlüsselrolle zukomme.
Einigkeit herrschte bei den Gesprächen auch darüber, dass die im Koalitionsvertrag angekündigte gesetzliche Neuregelung für Medizinische Versorgungszentren (MVZ) schnellstmöglich umgesetzt werden soll. Diese sieht vor, dass Ärzte MVZ verantwortlich führen und über die Mehrheit der Geschäftsanteile und Stimmrechte verfügen sollen. In diesem Zusammenhang forderte Hoppe gerechte Wettbewerbsbedingungen für MVZ und niedergelassene Vertragsärzten und -psychotherapeuten.
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