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| dpa |
Cannabis sativa wurde bereits im 3. Jahrtausend vor Chr. zur Behandlung von Schmerzen eingesetzt und seit 12 Jahren kann diese Wirkung auch über eine Aktivierung von endogenen Cannabinoide im Gehirn erklärt werden. Beides belegt die therapeutische Wirksamkeit jedoch nicht.
Hierzu sind randomisierte klinische Studien notwendig, in denen bisher überwiegend orale Cannabinoide eingesetzt. Sie sind unter Studienbedingungen leichter anzuwenden und werfen weniger rechtliche Probleme auf.
Die Wirkung der Cannabinoide blieb weit hinter den Erwartungen zurück. In einer vielzitierten Vergleichsstudie war Dihydrcodein dem semisynthetischen Cannabinoid Nabilon überlegen (BMJ 2008; 336: 199-201). Für die meisten Experten haben Cannabinoide deshalb derzeit keinen Stellenwert in der Schmerztherapie.
Dies sehen viele Patienten offenbar anders. In Kanada sollen 10 bis 14 Prozent aller Patienten mit nicht krebsdingten chronischen Schmerzen oder multipler Sklerose regelmäßig Cannabis konsumieren. Dies veranlasste ein Team der McGill Universität in Montreal zu einer randomisierten Studie zur inhalativen Cannabis-Anwendung, da diese möglicherweise stärker wirksam sein könnte als orale Präparate.
Die Droge bezogen Mark Ware und Mitarbeiter von der McGill University in Montreal von einem kanadischen Anbauer medizinischer Hanfpflanzen. Die THC-Konzentration betrug 2,5, 6 und 9,4 Prozent.
Das ist deutlich weniger als bei vielen illegal angebauten Pflanzen, die 20 Prozent oder mehr THC enthalten können. Für den Placebo-Arm wurde ein Cannabis-Produkt verwendet, dem mittels alkoholischer Extraktion das THC vollständig entzogen worden war.
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Nur das Cannabispräparat mit der höchsten THC-Dosis erzielte eine signifikante schmerzlindernde Wirkung. Die Effektstärke war allerdings gering: Der Unterschied zum Placebo betrug gerade einmal 0,7 Punkte (5,4 vs. 6,1) auf einer 11 Punkte-Schmerzskala. Cannabis wirkte sich positiv auf das abendliche Einschlafen und die Schlafqualität aus. Angst und Depressionen besserten sich ebenfalls.
Die Droge war indes nicht ohne Nebenwirkungen, zu denen Kopfschmerzen, trockene Augen, Benommenheit, Husten, Taubheitsgefühl und ein Brennen auf der Haut in den neuropathischen Regionen zählten.
Ob eine höhere THC-Konzentration eine bessere Wirkung erzielen würde, muss weiteren Studien mit einer längeren Dauer und einer flexibleren Dosierung vorbehalten bleiben, schreibt Ware. Für die Patienten, die derzeit zu der illegalen Droge greifen, liefert die Studie nach Ansicht des Editorialisten Henry McQuay von der Universität Oxford in England immerhin die Gewissheit, dass sie eine wirksame Therapie durchführen (CMAJ; doi: 10.1503/cmaj.100799) – was allerdings nichts daran ändert, dass der Konsum in vielen Ländern illegal ist.
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