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Medizin

Cannabis lindert Neuropathieschmerz geringfügig

Montag, 30. August 2010

Montreal – Die Inhalation von Cannabis hat in einer kleinen placebokontrollierten Studie im kanadischen Ärzteblatt (CMAJ 2010; doi: 10.1503/cmaj.091414) neuropathische Schmerzen signifikant gelindert. Konzentration der Droge und Effektstärke der Wirkung waren allerdings gering.

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Cannabis sativa wurde bereits im 3. Jahrtausend vor Chr. zur Behandlung von Schmerzen eingesetzt und seit 12 Jahren kann diese Wirkung auch über eine Aktivierung von endogenen Cannabinoide im Gehirn erklärt werden. Beides belegt die therapeutische Wirksamkeit jedoch nicht.

Hierzu sind randomisierte klinische Studien notwendig, in denen bisher überwiegend orale Cannabinoide eingesetzt. Sie sind unter Studienbedingungen leichter anzuwenden und werfen weniger rechtliche Probleme auf.

Die Wirkung der Cannabinoide blieb weit hinter den Erwartungen zurück. In einer vielzitierten Vergleichsstudie war Dihydrcodein dem semisynthetischen Cannabinoid Nabilon überlegen (BMJ 2008; 336: 199-201). Für die meisten Experten haben Cannabinoide deshalb derzeit keinen Stellenwert in der Schmerztherapie.

Dies sehen viele Patienten offenbar anders. In Kanada sollen 10 bis 14 Prozent aller Patienten mit nicht krebsdingten chronischen Schmerzen oder multipler Sklerose regelmäßig Cannabis konsumieren. Dies veranlasste ein Team der McGill Universität in Montreal zu einer randomisierten Studie zur inhalativen Cannabis-Anwendung, da diese möglicherweise stärker wirksam sein könnte als orale Präparate.

Die Droge bezogen Mark Ware und Mitarbeiter von der McGill University in Montreal von einem kanadischen Anbauer medizinischer Hanfpflanzen. Die THC-Konzentration betrug 2,5, 6 und 9,4 Prozent.

Das ist deutlich weniger als bei vielen illegal angebauten Pflanzen, die 20 Prozent oder mehr THC enthalten können. Für den Placebo-Arm wurde ein Cannabis-Produkt verwendet, dem mittels alkoholischer Extraktion das THC vollständig entzogen worden war.

Von den 116 gescreenten Kandidaten konnten nur 23 für die Studie rekrutiert werden, da die Einschlusskriterien sehr restriktiv waren. Es durften nur Patienten mit neuropathischen Schmerzen nach Operationen oder Traumata teilnehmen. Außerdem hatte die Ethikkomission anfangs gefordert, dass die Patienten früher bereits Erfahrungen mit der Droge gehabt haben mussten. Es sollte niemand durch die Studie auf den Geschmack oder in eine Abhängigkeit gebracht werden.

Diese Bedingung wurde später fallengelassen. Die Teilnehmer mussten aber mindestens ein Jahr vor Studienbeginn abstinent gelegt haben, um jegliche Restwirkung und einen illegalen Beikonsum zu vermeiden.

Die Applikation der Droge erfolgte mit handelsüblichen Pfeifen. Die Teilnehmer wurden angewiesen fünf Tage lang dreimal am Tag jeweils die (vorverpackte) Einzeldosis von 25 mg zu entzünden und den Rauch für 5 Sekunden zu inhalieren.

Im Cross-Over-Design wendete jeder Teilnehmer nach zwischenzeitlichen Auswaschintervallen alle 4 Dosierungen einschließlich Placebo an. Während der gesamten Studie führten die Patienten ihre früheren (nicht ausreichend wirksame) Schmerztherapie mit Opioiden, Antidepressiva, Antikonvulsiva und/oder NSAID fort.

Nur das Cannabispräparat mit der höchsten THC-Dosis erzielte eine signifikante schmerzlindernde Wirkung. Die Effektstärke war allerdings gering: Der Unterschied zum Placebo betrug gerade einmal 0,7 Punkte (5,4 vs. 6,1) auf einer 11 Punkte-Schmerzskala. Cannabis wirkte sich positiv auf das abendliche Einschlafen und die Schlafqualität aus. Angst und Depressionen besserten sich ebenfalls.

Die Droge war indes nicht ohne Nebenwirkungen, zu denen Kopfschmerzen, trockene Augen, Benommenheit, Husten, Taubheitsgefühl und ein Brennen auf der Haut in den neuropathischen Regionen zählten.

Ob eine höhere THC-Konzentration eine bessere Wirkung erzielen würde, muss weiteren Studien mit einer längeren Dauer und einer flexibleren Dosierung vorbehalten bleiben, schreibt Ware. Für die Patienten, die derzeit zu der illegalen Droge greifen, liefert die Studie nach Ansicht des Editorialisten Henry McQuay von der Universität Oxford in England immerhin die Gewissheit, dass sie eine wirksame Therapie durchführen (CMAJ; doi: 10.1503/cmaj.100799) – was allerdings nichts daran ändert, dass der Konsum in vielen Ländern illegal ist. © rme/aerzteblatt.de

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mattafixed
am Dienstag, 31. August 2010, 10:43

Cannabis hilft bei Migränen

@paulusvb: Seh ich genau so!

Ich selbst leide sehr unter migräne, ich hab schon diverse schmerzmittel ausprobiert, Iboprufen hilft am besten allerdings nicht immer, und oft ist es so das ich diese schmerzen einfach stundenlang ertragen muss und mit selbstmord gedanken im dunkeln liege (troz einnahme von schmerzmittel).

Wo ich über eine längere zeit cannabis konzumiert hatte, hatte ich 80% weniger migräne anfälle. Ist ist nämlich so das cannabis die neurologische rezeptoren im gehirn reguliert, dh. ein chemische imbalanz wird somit vermieden / reguliert.

Man muss es nicht täglich konsumieren um diese effekt zu erzielen.
paulusvb
am Dienstag, 31. August 2010, 05:46

cannabis hilft schmerzen lindern

ich habe selbst über längere zeit cannabis in den niederlanden konsumiert und hatte dabei nie das gefühl einer abhängigkeit bekommen, aber es hat mir geholfen meine damaligen permanenten nervlichen schmerzen nicht nur zu lindern, sondern nachhaltig mich davon für längere zeit zu befreien!
Kopfscfhmerzen kannte ich in dieser zeit praktisch nicht mehr, einzig gilt hierbei, dass man möglichst auf gleichzeitigen alkoholkonsum verzichten sollte!
dies mag je nach veranlagung der person anders sein, aber besser ist es sicher, von vorherein sich entweder für das eine oder das andere zu entscheiden!
negative nebeneffekte hat es bei mir nie gegeben, es fand gewissermassen in der ersten phase eine reinigung von körper und geist statt, ich konnte auch klarer denken und mich erstmals dann auch entsprechend äußern in gesprächen, was mir zuvor stets probleme bereitet hatte!
mit freundlichen grüßen an alle kiffer
paulus
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