EU-Bischofskommission: Keine Stammzelltests statt Tierversuchen
Mittwoch, 1. September 2010
Brüssel – Die EU-Bischofskommission COMECE hat das Europaparlament aufgerufen, Tests an menschlichen embryonalen Stammzellen als Alternative zu Tierversuchen ausdrücklich zu verbieten. Eine in der kommenden Woche im Parlament zur Abstimmung stehende EU-Richtlinie zwinge die Mitgliedstaaten zu alternativen Testmethoden, kritisierte die COMECE am Dienstagabend in Brüssel.
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Die Formulierung in der neuen Richtlinie sei so gewählt, dass damit unter anderem auch Versuche an menschlichen embryonalen Stammzellen möglich würden. Europaabgeordnete bezweifeln, dass eine Änderung noch erreicht werden kann.
Die Bischofskommission unterstreicht, von den von der EU-Kommission vorgeschlagenen 21 Alternativmethoden zum Ersatz von Tierversuchen machten 5 Gebrauch von menschlichen embryonalen Stammzellen. Ansonsten seien die EU-Bischöfe mit den grundsätzlichen Zielen der geplanten Richtlinie einverstanden. Dies gelte besonders für den Schutz von Tieren.
Die EU-Staaten im Ministerrat hatten die Regeln nach informellen Verhandlungen mit dem Europaparlament Anfang Juni in erster Lesung beschlossen. Jetzt müssen Europaparlament und Ministerrat die Richtlinie noch in zweiter Lesung beraten.
Der CSU-Europaabgeordnete Martin Kastler sagte am Mittwoch auf Anfrage, seine Fraktion prüfe, ob ein Änderungsantrag zu der umstrittenen Bestimmung möglich sei.
Der CDU-Europaabgeordnete und Bioethik-Experte Peter Liese äußerte Zweifel, ob eine Änderung noch möglich sei. In erster Lesung habe sich das Parlament mit breiter Mehrheit klar gegen die Verwendung menschlicher embryonaler Stammzellen für alternative Testmethoden ausgesprochen.
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