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Politik

Unzufrieden mit dem Gesundheitswesen

Donnerstag, 2. September 2010

Berlin – Gesundheit hat bei den Bürgern zwar einen hohen Stellenwert, doch nur wenige sind mit dem deutschen Gesundheitswesen zufrieden. Das ergibt sich aus einer soeben veröffentlichten Studie des Sozialwissenschaftlichen Forschungszentrums, Berlin (download via www.sfz-ev.de), basierend auf einer Befragung von 2.090 Bürger/innen ab 18 Jahren.

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Danach halten 63 Prozent der Befragten Gesundheit für sehr wichtig (Ost 59, West 64 Prozent). Doch nur 28 Prozent (Ost 24, West 30) sind mit dem Gesundheitswesen zufrieden oder gar sehr zufrieden. Auch die Erwartungen sind bescheiden: 21 Prozent der Befragten versprechen sich Verbesserungen, 47 Prozent erwarten keine Veränderung, 28 Prozent Verschlechterungen.

Zum Vergleich: Hohe Zufriedenheitswerte erreichen in der Umfrage die eher privat zu beeinflussenden Lebenslagen wie Wohnen (83 Prozent sind zufrieden/sehr zufrieden), Freizeit (66 Prozent). Selbst die Arbeitszufriedenheit erreicht mit 56 Prozent (Ost 54, West 56) noch halbwegs hohe Werte.

Die Studie wurde von der „Volkssolidarität“ in Auftrag gegeben, einer in Ostdeutschland beheimateten Sozialorganisation. Deren Bundesverband lässt seit der Wende die sozialen Lebenslagen in Ostdeutschland mittels Befragung erkunden – in diesem Jahr erstmals auch im Vergleich zu Westdeutschland.

Der Vergleich über die Jahre fördert ein erstaunliches Ergebnis zutage: 1990 lag die Zufriedenheit mit dem Gesundheitswesen bei 29 Prozent („zufrieden/sehr zufrieden“), stieg bis 1995 auf 63 Prozent an und fiel danach ab. Heute ist die Zufriedenheitsrate nahezu beim Ausgangspunkt von 1990 angelangt.

Zufriedenheit mit dem Gesundheitswesen korreliert offenbar mit dem Einkommen. Privat Versicherte sind zumindest zufriedener als Sozialversicherte. Der Befragung zufolge waren 14 Prozent der ab 18-jährigen privat versichert – 7 Prozent im Osten, 16 Prozent im Westen. © NJ/aerzteblatt.de

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