Suchen in

  • Archiv
  • News
  • Foren
  • Blogs
  • Preise
6.550 News Medizin

Medizin

Kongo: Affenpocken auf dem Vormarsch

Mittwoch, 1. September 2010

Los Angeles – Dreißig Jahre nach dem Ende der Schutzimpfung gegen die Pocken breitet sich in Zentralafrika ein verwandtes Virus aus. Im Kongo ist die Zahl der Erkrankungen an Affenpocken deutlich angestiegen, berichten Forscher in den Proceedings of the National Academy of Sciences (2010, doi: 10.1073/pnas.1005769107).

Anzeige

Der Erreger der Affenpocken ist Orthopoxvirus simiae. Er ist mit dem Erreger der echten Pocken, Orthopoxvirus variola, verwandt, und die bis 1980 weltweit durchgeführte Pockenschutzimpfung verlieh eine relative Kreuzimmunität.

Affenpocken waren deshalb beim Menschen sehr selten. Anders als die echten Pocken, an die nur der Mensch erkrankt, befallen die Affenpocken verschiedene andere Spezies. Zu ihnen gehören keineswegs nur Affen, bei denen sie erstmals nachgewiesen wurden – daher die Bezeichnung. Ihr natürliches Reservoir wird eher in Nagern vermutet denn in Primaten.

Die Erkrankung kann durchaus nicht nur in Afrika auftreten. Im mittleren Westen der USA erkrankten 2003 insgesamt 93 Menschen an Affenpocken. Alle hatten sich bei Präriehunden angesteckt, die sie von einer einzigen Zoohandlung bezogen hatten. Präriehunde sind eine nordamerikanische Gattung der Eichhörnchen. Sie sind mit Hunden nicht verwandt.

Affenpocken sind in der Pathogenität nicht mit den echten Pocken zu vergleichen. Sie sind aber nicht harmlos, berichtet Anne Rimoin von der Universität von Kalifornien in Los Angeles. Die Hauteffloreszenzen gehen mit Fieber und Kopfschmerzen und einer Lymphadenopathie einher. Erblindungen und selbst Todesfälle seien möglich. Und eine wirksame Behandlung gebe es wie bei den Pocken nicht.

Die US-Forscherin untersucht seit Jahren die Ausbreitung der Affenpocken in der Demokratischen Republik Kongo. Dort haben sich die Affenpocken in den letzten Jahrzehnten stark ausgebreitet. Dies sei lange übersehen worden, da es in dem Land kein funktionierendes Gesundheitssystem gebe.

Die meisten Erkrankungen treten zudem in den abgelegenen Regenwäldern auf. Die Forscherin schätzt, dass die Erkrankungszahlen seit dem Ende der Pockenschutzimpfung, die zu 85 Prozent eine Immunität gegen Affenpocken verleiht, um den Faktor 20 gestiegen sind.

Sie befürchtet, dass die Viren auch im Tierreich weiter um sich greifen. Damit steige dann die Gefahr, dass sie über importierte Tiere in die Industrieländer eingeschleppt werden. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

adonis
am Donnerstag, 2. September 2010, 07:58

Interessanterweise machen es wohl auch die

Cowpox. Die ja Edward Jenner zur Impfung gegen Pocken verwendet hatte. Ich finde ein sehr interessanter Artikel auch und gerade in Hinblick auf die Reisefreudigkeit. Ich würde mir her mehr Publikationen wünschen, v.a. über Epidemiologie, Symptomatik, Bilder, Lab usw.
  • Drucken
  • Kommentieren
  • Teilen
  • Versenden
  •  
    Merken

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste