Los Angeles – Dreißig Jahre nach dem Ende der Schutzimpfung gegen die Pocken breitet sich in Zentralafrika ein verwandtes Virus aus. Im Kongo ist die Zahl der Erkrankungen an Affenpocken deutlich angestiegen, berichten Forscher in den Proceedings of the National Academy of Sciences (2010, doi: 10.1073/pnas.1005769107).
Der Erreger der Affenpocken ist Orthopoxvirus simiae. Er ist mit dem Erreger der echten Pocken, Orthopoxvirus variola, verwandt, und die bis 1980 weltweit durchgeführte Pockenschutzimpfung verlieh eine relative Kreuzimmunität.
Affenpocken waren deshalb beim Menschen sehr selten. Anders als die echten Pocken, an die nur der Mensch erkrankt, befallen die Affenpocken verschiedene andere Spezies. Zu ihnen gehören keineswegs nur Affen, bei denen sie erstmals nachgewiesen wurden – daher die Bezeichnung. Ihr natürliches Reservoir wird eher in Nagern vermutet denn in Primaten.
Die Erkrankung kann durchaus nicht nur in Afrika auftreten. Im mittleren Westen der USA erkrankten 2003 insgesamt 93 Menschen an Affenpocken. Alle hatten sich bei Präriehunden angesteckt, die sie von einer einzigen Zoohandlung bezogen hatten. Präriehunde sind eine nordamerikanische Gattung der Eichhörnchen. Sie sind mit Hunden nicht verwandt.
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