Rockville – Die US-amerikanische Arzneibehörde FDA rät dringend zu einem umsichtigen Einsatz des Reserveantibiotikums Tigecyclin. Anlass ist ein erhöhtes Sterberisiko in klinischen Studien.
Das Tetrazyklinderivat Tigecyclin wurde als Antwort auf die steigende Zahl von multiresistenten Bakterien entwickelt. Es umgeht zwei wichtige Resistenzmechanismen. Die Bakterien können Tigecyclin nicht mittels der Effluxpumpe herausschaffen und auch ribosomale Schutzmechanismen greifen nicht.
Das sehr breite Wirkungsspektrum umfasst auch methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) und auch die kürzlich entdeckte NDM-1-Resistenz von E. coli und Klebsiella pneumoniae kann die Tigecyclin-Wirkung nicht zerstören. Für einige Infektionen bleibt Tigecyclin eine der letzten Optionen.
Doch der Einsatz des Antibiotikums ist nicht ohne Gefahren. In einer von der FDA durchgeführten gepoolten Analyse von 13 klinischen Studien war die Mortalität in den Tigecyclin-Armen höher als beim Einsatz anderer Antibiotika.
Insgesamt starben 150 von 3.788 Patienten (4,0 Prozent) gegenüber 110 von 3.646 Patienten (3,0 Prozent), die mit anderen Antibiotika behandelt wurden. In einer adjustierte Analyse betrug die Risikodifferenz 0,6 Prozent (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,1 bis 1,2 Prozent).
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