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Medizin

Palliativmedizin: Sauerstofftherapie oft ohne Vorteile

Freitag, 3. September 2010

Durham/North Carolina – Zu den Ritualen der Palliativmedizin gehört häufig die intranasale Sauerstoffgabe. Bei Patienten ohne nachgewiesener Hypoxämie kann einer Studie im Lancet (2010; 376: 784-93) zufolge die gleiche Wirkung erzielt werden, wenn den Patienten normale Raumluft zugeführt wird.

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In der letzten Lebensphase leiden die meisten Menschen unter quälender Atemnot. Die Prävalenz einer Dyspnö wird bei Krebspatienten mit bis zu 90 Prozent, bei COPD-Patienten mit bis zu 95 Prozent und bei der Herzinsuffizienz mit bis zu 88 Prozent angegeben. Nicht alle Patienten haben jedoch bei der Blutgasanalyse eine Hypoxämie.

Die Palliativmedizinerin Amy Abernethy von der Duke Universität in Durham/North Carolina und Mitarbeiter an acht weiteren Zentren in den USA, Großbritannien und Australien haben jetzt in eine randomisierten Studie untersucht, ob sich eine nicht objektivierbare Luftnot durch die Sauerstoffgabe wirklich lindern lässt.

239 Patienten, die über eine Dyspnö klagten, obwohl die arterielle Sauerstoffkonzentration (PaO2) über 7,3 kPa lag, wurden über die üblichen Nasenkatheter mit Sauerstoff oder mit Raumluft (jeweils 2 Liter/Minute) versorgt. Primärer Endpunkt der Studie war die subjektive Empfindung der Atemnot, die die Teilnehmer morgens und abends auf einer numerischen Skala von 0 bis 10 Punkte notierten.

In beiden Gruppen besserte sich die Luftnot. Die morgendliche Atemnot nahm unter Sauerstoff im Durchschnitt um 0,9 Punkte ab, unter Raumluft waren es 0,7 Punkte, nach Angabe von Abernethy bedeutet dies keinen wesentlichen Unterschied. Bei der Befragung am Abend war die Besserung nach Zufuhr von normaler Raumluft (0,5 vs. 0,3 Punkte) sogar tendenziell besser.

Laut Abernethy erzielt etwa die Hälfte aller Patienten eine Verbesserung, was sich in der Regel in der ersten drei Tagen herausstelle. Auch in dieser Gruppe sei Sauerstoff der normalen Raumluft nicht überlegen.

Abernethy vermutet, dass sich die gleiche Wirkung wie mit den Atemgeräten auch durch einen Ventilator erzielen lasse. Dies sei nicht nur kostengünstiger. Es könnte auch für die Patienten letztlich weniger störend sein als zwei Kunststoffschläuche in der Nasenöffnung zu tragen. © rme/aerzteblatt.de

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