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Zeitung: Private Krankenversicherung zahlt weniger für neue Arzneimittel

Dienstag, 7. September 2010

Hamburg – Union und FDP wollen offenbar die jahrzehntealte Trennung zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung aufbrechen. Künftig sollen private Krankenversicherer (PKV) für neue Arzneimittel die gleichen Preise zahlen wie gesetzliche Krankenkassen. Dies beschlossen die Gesundheitspolitiker der Koalition nach Informationen der Financial Times Deutschland vom Montag.

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Die Union wolle im Zuge der Gesundheitsreform außerdem durchsetzen, dass gesetzliche und private Versicherer stärker kooperieren. Sie sollten nicht nur gemeinsame Geschäftsstellen unterhalten, sondern auch Leistungen für Versicherte zu den gleichen Konditionen einkaufen können.

Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn, sagte der Zeitung, viele Versicherte wünschten sich „Angebote aus einer Hand, beim Vertrieb ebenso wie bei der Abrechnung des Krankenhausaufenthalts. Da sollten wir mehr Zusammenarbeit möglich machen.“ Union und FDP könnten bei „diesem alten Streitthema Wegweisendes leisten“, sagte der CDU-Politiker.

Konkret beschlossen die Fachleute von CDU, CSU und FDP dem Bericht zufolge, das „Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarkts“ in einem wichtigen Punkt zu ändern. So sollen Preise für neue Medikamente, die künftig der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen mit den Herstellern aushandelt, auch für private Versicherer gelten.

Bisher zahlen die Privatversicherer weit höhere Preise für Arzneimittel als gesetzliche Kassen (GKV), da sie von den zahlreichen staatlichen Preisregeln für Medikamente ausgeschlossen sind.

In der Industrie dürfte der Zeitung nach die Entscheidung für Protest sorgen, da die Privatversicherer für die Arzneiunternehmen besonders lukrative Kunden sind. Herstellerverbände hätten daher bereits vor einer „GKVisierung der privaten Krankenversicherung“ gewarnt. © ddp/aerzteblatt.de

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