Bochum – Um sterbenden Patienten Schmerzen zu ersparen, nehmen Palliativmediziner häufig den früheren Tod des Patienten in Kauf. Das hat eine Umfrage der Ruhr-Universität Bochum (RUB) unter Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin ergeben.
„Es ist bemerkenswert, dass ein Teil der befragten Ärzte eine Verkürzung des Lebens als Konsequenz ärztlichen Handelns nicht nur vorhersieht sondern beabsichtigt”, resümierte Jan Schildmann vom Institut für Medizinische Ethik der RUB.
Der Studie zufolge linderten Ärzte in 78 Prozent der 780 ausgewerteten Fälle Krankheitssymptome durch Maßnahmen, die das Leben des Patienten möglicherweise verkürzten.
In 69 Prozent der Fälle verzichteten Ärzte zudem bewusst auf medizinische Schritte, die das Leben der Patienten eventuell verlängert hätten. In zehn Fällen gaben Ärzte an, den Tod des Patienten absichtlich herbeigeführt zu haben.
In 47 Fällen wurden die Patienten nicht über eine mögliche Lebensverkürzung informiert, obgleich sie zum Zeitpunkt der Entscheidung als selbstbestimmungsfähig eingeschätzt wurden. Laut Studie gaben die Ärzte an, das „beste Interesse des Patienten“ beziehungsweise „die Vermeidung eines möglichen Schadens“ als Gründe für ein solches Vorgehen an.
aerzteblatt.de |
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