Zwei Proteine für Druck und Berührungssinn entdeckt
Montag, 6. September 2010
La Jolla – US-Forscher haben die biochemische Grundlage der Mechanotransduktion geklärt. In Science (2010; 10.1126/science.1193270) stellen sie zwei Proteine vor, die Druck und Berührung in Nervenimpulse verwandeln.
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Die Mechanotransduktion ist nicht nur für die Berührungsempfindlichkeit in der Haut zuständig. Auch die Schmerzempfindung, die Blutdruckregulation oder der Hörsinn beruhen auf der Registrierung von Druckunterschieden.
Auch in die embryonale Entwicklung und das Lungenwachstum greifen Mechanorezeptoren ein, berichtet die Gruppe um Ardem Patapoutian vom Scripps Research Institute in La Jolla/Kalifornien, die nach 10 bis 15-jähriger Suche zwei Proteine entdeckt haben, die auf molekularer Ebene die Transduktion ermöglichen.
Die beiden Proteine, Piezo1 und Piezo2 (nach dem griechischen Verb für drücken) befinden sich in der Membran zahlreicher Zellen. Wirkt auf diese ein äußerer Druck, kommt es infolge der Aktivität von Piezo1 und Piezo2 zu einer Zunahme des Kationenstroms durch die Zellmembran, was in Nervenzellen die Bildung von Aktionspotenzialen, also eine Signalweiterleitung zur Folge hat.
Piezo1 gibt es nicht nur auf Nervenzellen und nicht nur beim Menschen. Das Protein wird auch in Tieren, Pflanzen und anderen Eukaryonten verbreitet, berichten die Autoren. Piezo2 gebe es dagegen nur bei Wirbeltieren.
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