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Medizin

Stress könnte zur Demenz führen

Montag, 6. September 2010

Houston – US-Soldaten, die nach Kampfeinsätzen an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) leiden, entwickeln einer Studie im Journal of the American Geriatric Society 2010, doi: 10.1111/j.1532-5415.2010.02977.x) zufolge im Alter doppelt so häufig eine Demenz.

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Seelische Kriegsverletzungen sind häufiger als körperliche. In einer Kohorte von 10.481 Soldaten hatte jeder dritte ein PTSD. Den Orden „Purple Heart“, der allen US-Soldaten mit einer körperlichen Kriegsverletzung überreicht wird, hatte gerade einmal jeder sechste erhalten, berichten Mark Kunik vom Michael E. DeBakey VA Medical Center in Houston/Texas und Mitarbeiter.

Der Psychiater interessierte sich für die langfristigen Folgen der Erkrankung. Zu ihnen könnte eine Demenz gehören. Denn von den Veteranen mit PTSD (aber ohne körperliche Verletzung) erkrankten 11 Prozent im Alter an einer Demenz, bei den Patienten ohne PTSD (und ohne körperliche Verletzung) waren es gerade einmal 4,5 Prozent.

Auch nach Berücksichtigung anderer bekannter Risikofaktoren für eine Demenz wie Diabetes, arterielle Hypertonie oder manifeste Herz-Kreislauf-Erkrankungen hatten PTSD-Patienten ein doppelt so hohes Risiko, im Alter an einer Demenz zu erkranken.

Die Kausalität muss in einer Querschnittsstudie offen bleiben, räumt Kunik ein. Er hält es aber für möglich, dass die Demenz eine Spätfolge der PTSD ist. Denkbar sei aber auch, dass kognitive Störungen unterhalb der Demenzschwelle die Soldaten (aber auch Zivilisten, die beispielsweise nach Unfälle oder Naturkatastrophen daran erkranken) anfälliger für eine PTSD mache.

Schließlich könnte ein dritter Faktor beiden Erkrankungen zugrunde liegen. Auch die Editorialistin Soo Borson vom University of Washington Medical Centre in Washington sieht hier weiteren Forschungsbedarf. © rme/aerzteblatt.de

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