Paisley – Im Komposthaufen, Ort der kontrollierten Verwesung und essentieller Bestandteil jeder Kleingartenidylle, lauert der Tod. Hobbygärtner riskieren nicht nur Tetanus und Aspergillus, auch eine Legionellose gehört nach einem Bericht im Lancet (2010; 376: 844) zu den im Garten lauernden Gefahren.
Kleingärtner leben gefährlich. Der Tritt auf die Harke, das Stolpern über den Wasserschlauch gehören zu den klassischen Unfällen, die das Ende einer Kleingärtnerlaufbahn einleiten können. Auch der Verzehr der Gartenerzeugnisse kann krank machen, vor allem wenn sie bodennah wachsen und mit Rattenurin in Berührung kommen (Risiko: Leptospirose, Salmonellose).
Wenig bekannt ist hingegen, dass in Boden und Kompost auch Legionellen enthalten sein können. Während L. pneumonophila eher in Wasserflächen vorkommen dürfte, breitet sich L. longbeachae im Kompost aus, warnt die britische Royal Horticultural Society. Gefährdet seien vor allem ältere Menschen mit Abwehrschwäche.
Ein 67-jähriger Gärtner aus Paisley in Schottland scheint diese Warnung nicht beachtet, oder was wahrscheinlicher ist, nicht gekannt zu haben. Er hatte sich beim Anpflanzen mit Kompost in den linken Zeigefinger geschnitten, der Verletzung aber keine Beachtung geschenkt.
Zwei Wochen später wurde er – nach einer 8-tägigen Vorgeschichte mit Fieber, Schwindelanfällen, Verwirrung, Teilnahmslosigkeit und Kurzatmigkeit – im Royal Alexandra Hospital in Paisley aufgenommen.
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Ob es häufiger zu übersehenen Legionellosen bei Kleingärtnern kommt, ist nicht bekannt. Legionellosen sind in Deutschland meldepflichtig. Etwa 500 Erkrankungen pro Jahr werden bekannt. Das Kompetenznetzwerk für ambulant erworbene Pneumonien vermutet aber, dass in Deutschland fast 4 Prozent aller ambulant auftretenden Pneumonien durch Legionellen verursacht werden.
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