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Legionella longbeachae: Die Gefahr aus dem Gartenkompost

Montag, 6. September 2010

Paisley – Im Komposthaufen, Ort der kontrollierten Verwesung und essentieller Bestandteil jeder Kleingartenidylle, lauert der Tod. Hobbygärtner riskieren nicht nur Tetanus und Aspergillus, auch eine Legionellose gehört nach einem Bericht im Lancet (2010; 376: 844) zu den im Garten lauernden Gefahren.

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Kleingärtner leben gefährlich. Der Tritt auf die Harke, das Stolpern über den Wasserschlauch gehören zu den klassischen Unfällen, die das Ende einer Kleingärtnerlaufbahn einleiten können. Auch der Verzehr der Gartenerzeugnisse kann krank machen, vor allem wenn sie bodennah wachsen und mit Rattenurin in Berührung kommen (Risiko: Leptospirose, Salmonellose).

Wenig bekannt ist hingegen, dass in Boden und Kompost auch Legionellen enthalten sein können. Während L. pneumonophila eher in Wasserflächen vorkommen dürfte, breitet sich L. longbeachae im Kompost aus, warnt die britische Royal Horticultural Society. Gefährdet seien vor allem ältere Menschen mit Abwehrschwäche.

Ein 67-jähriger Gärtner aus Paisley in Schottland scheint diese Warnung nicht beachtet, oder was wahrscheinlicher ist, nicht gekannt zu haben. Er hatte sich beim Anpflanzen mit Kompost in den linken Zeigefinger geschnitten, der Verletzung aber keine Beachtung geschenkt.

Zwei Wochen später wurde er – nach einer 8-tägigen Vorgeschichte mit Fieber, Schwindelanfällen, Verwirrung, Teilnahmslosigkeit und Kurzatmigkeit –  im Royal Alexandra Hospital in Paisley aufgenommen.

Die Ärzte diagnostizierten nach einer Röntgenaufnahme eine linksseitige Lungenentzündung. Es wurde eine virale Pneumonie vermutet, da eine Reihe von Tests, darunter auf Legionella Antigen im Urin, negativ waren. 

Erst als sich trotz antibiotischer Behandlungen der Zustand weiter verschlechterte und der Mann auf die Intensivstation verlegt werden musste, wurden nach einer Bronchialspülung Legionella longbeachae im Sputum entdeckt.

Diese in der Klinik seltene Legionellenart wird von den Urintests nicht erfasst, was die Verzögerung der Diagnose erklärt. Sie kam für den Hobbygärtner noch rechtzeitig. Unter einer Therapie mit Levofloxacin verbesserte sich sein Gesundheitszustand und er konnte nach sieben Tagen auf eine Normalstation und später gesund aus der Klinik entlassen werden.

Ob es häufiger zu übersehenen Legionellosen bei Kleingärtnern kommt, ist nicht bekannt. Legionellosen sind in Deutschland meldepflichtig. Etwa 500 Erkrankungen pro Jahr werden bekannt. Das Kompetenznetzwerk für ambulant erworbene Pneumonien vermutet aber, dass in Deutschland fast 4 Prozent aller ambulant auftretenden Pneumonien durch Legionellen verursacht werden. © rme/aerzteblatt.de

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promisit
am Dienstag, 7. September 2010, 08:14

Die Dinge ändern sich

Allen, die über diese Studie lächeln, sei gesagt, dass es 1900 keinen komposthaufen gab, sondern alles auf dem Mist verrottete. Was heute allles auf dem sog. "Komposthaufen" landet, ist ein völlig anderes Ausgangsmaterial und birgt andere Risiken.
polmu
am Montag, 6. September 2010, 22:24

Da verwundert es doch sehr,

dass die Species der "Kleingärtner", mich eingeschlossen, nicht schon längst ausgestorben ist.
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