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Ausland

Immer mehr Suizide und Depressionen in Japan

Dienstag, 7. September 2010

Tokio – Durch Suizide und Depressionen sind der japanischen Wirtschaft im vergangenen Jahr Schäden in Milliardenhöhe entstanden. Nach Regierungsschätzungen vom Dienstag belaufen sich die Gesamtkosten auf fast 2,7 Billionen Yen (fast 25 Milliarden Euro).

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Diese Summe ergebe sich aus den sozialen und medizinischen Leistungen für Depressionskranke, Einkommensausfällen von Patienten und Selbstmördern sowie anderen Faktoren, teilte die Regierung in der ersten Berechnung dieser Art mit.  

Demnach nahmen sich in Japan 2009 insgesamt 26.500 Menschen zwischen 15 und 69 Jahren das Leben. Hätten diese ein Jahr länger gelebt und gearbeitet, hätten sie ein Einkommen von 1,9 Billionen Yen erwirtschaftet, rechnet die Regierung vor.  

In Japan, das eine der weltweit höchsten Suizidraten aufweist, leben rund 127 Millionen Menschen. Im vergangenen Jahr wurden durch alle Altersklassen 32.845 Suizide gezählt. Damit brachten sich zum zwölften Mal in Folge mehr als 30.000 Menschen jährlich um. In Deutschland mit seinen rund 82 Millionen Einwohnern verzeichnete die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention 2009 rund 10.000 Suizidtote.  

Besonders betroffen ist in Japan dabei das vermeintlich „starke Geschlecht“: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation bringen sich jedes Jahr durchschnittlich 35,8 von 100.000 japanischen Männern um – mehr als dreimal so viele wie in Großbritannien. Nur sieben Länder weisen eine noch höhere Quote auf, darunter Weißrussland mit 63,3 Suiziden auf 100.000 Männer.  

Japans Ministerpräsident Naoto Kan bezeichnete die Zahlen heute als Beweis dafür, dass zu viele Menschen wirtschaftlichem und emotionalem Leid ausgesetzt seien. „Es gibt viele Gründe für Selbstmord“, sagte Kan. „Wenn wir sie reduzieren, wäre dies ein Weg zu einer 'Gesellschaft mit einem Minimum an Unzufriedenheit und Elend'“. © afp/aerzteblatt.de

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