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Medizin

Hodgkin-Therapie: Weniger ist manchmal mehr

Mittwoch, 8. September 2010

Köln – Ärzte können Patienten in einem frühen Stadium des Hodgkin-Lymphoms auch mit einer geringeren Dosis bei der Chemo- und Strahlentherapie behandeln. Das berichten Wissenschaftler der Universität Köln im New England Journal of Medicine (doi: 10.1056/NEJMoa1000067).

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Die 1.370 Patienten der sogenannten Deutschen Hodgkin Studiengruppe erhielten eine Chemotherapie mit den Medikamenten Adriamycin, Bleomycin, Vinblastin und Dacarbacin (kurz: ABVD) sowie einer Involved-Field-Bestrahlung.

Die Forscher teilten die Patienten zufällig in vier Gruppen auf: Eine mit üblicher Dosierung, eine mit reduzierter Arzneimitteltherapie, einer mit geringerer Strahlentherapie und schließlich eine Gruppe, in der die Patienten beide Therapieformen in niedriger Dosierung erhielten.

Waren die Zyklen der Chemotherapie von vier auf zwei halbiert und verringerten die Ärzte die Intensität der Bestrahlung um 30 Prozent, so zeigte sich kein Unterschied im Behandlungserfolg. Die Nebenwirkungen reduzierten sich jedoch.

Der Leiter der Studiengruppe, Andreas Engert, geht sogar davon aus, das selbst bei dieser reduzierten Therapie noch viele Patienten übertherapiert sind. Eine Überlebensrate von mehr als 95 Prozent innerhalb von acht Jahren unter diesen Patienten sei für ihn Anlass, weitere Studien durchzuführen, sagte er. © hil/aerzteblatt.de

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