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Junge Eltern erkranken häufig an Depressionen

Mittwoch, 8. September 2010

London – Jede dritte Mutter und jeder fünfte Vater leiden während des ersten Jahres nach der Geburt ihres Kindes an Depressionen. Das behaupten Wissenschaftler unter der Leitung von Shreya Davé vom Medical Research Council in London im Journal Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine (doi: 01.1001/archpediatrics.2010.184) hat die Studie veröffentlicht.

Obwohl die Geburt eines Kindes ein freudiges Ereignis ist, wirkten sich hohe Stressbelastung, Schlafmangel oder auch die größere Verantwortung auf die seelische Gesundheit aus, hieß es aus der Arbeitsgruppe.

Die Wissenschaftler analysierten Daten von knapp 87.000 Familien in Großbritannien zwischen 1993 und 2007. Sie fokussierten vor allem auf die Inzidenz von Depressionen bei Eltern mit einem Kind zwischen ein und zwölf Jahren. Innerhalb dieser ersten zwölf Jahre ihres Kindes erlitten über 19.000 Mütter und mehr als 9.600 Väter eine oder mehrere depressive Episoden.

Die höchsten Depressionsraten zeigten sich dabei im ersten Lebensjahr des Kindes. Hier erkrankten knapp 14 Prozent der Mütter und 3,7 Prozent der Väter. Dabei spielten auch das Alter der Eltern sowie das Auftreten von Depressionen in der eigenen Familie eine Rolle. Je jünger die Väter und Mütter waren, desto wahrscheinlicher war eine depressive Episode.

Jüngere Eltern stünden oft weniger fest im Leben und besäßen oft einen niedrigeren sozioökonomischen Status, so die Autoren. Dies führe leichter zu seelischen Erkrankungen, wenn ein junges Kind Stress und Schlafmangel auslöse.  

Die Depressionen wirken sich laut der Studie nicht nur auf die Eltern, sondern auch auf das Kind aus. Diese Kinder seien eher verhaltensauffällig oder litten an kognitiven Defiziten.

„Diese Ergebnisse legen nahe, dass bei der Diagnose von Depressionen nun besonders junge Mütter und Väter in den Fokus rücken sollten“, so Davé. Weitere Studien müssten aber auch andere Faktoren für Depressionen bei Eltern berücksichtigen. Dazu gehörten die Qualität der Beziehung zwischen Mutter und Vater sowie durch Stress bedingte Ereignisse im Leben des Paares. © hil/aerzteblatt.de

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