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Beugen Statine Rheuma vor?

Mittwoch, 8. September 2010

Tel Aviv – Hypercholesterinämiker einer Krankenkasse in Israel, die regelmäßig die verordneten Statine einnahmen, erkrankten einer Studie in PLoS Medicine (2010; doi:10.1371/journal.pmed.1000336) zufolge seltener an einer Rheumatoiden Arthritis. Eine präventive Wirkung gegenüber einer Arthrose war nicht erkennbar.

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Statine hemmen nicht nur die Cholesterinsynthese, indem sie das Enzym HMG-CoA-Reduktase inhibieren. Vor allem in einer höheren Konzentration sind auch Wirkungen auf entzündliche Gelenkveränderungen nachweisbar.

Vor Jahren konnten britische Forscher in einer randomisierten klinischen Studie zeigen, dass Atorvastatin die Krankheitsaktivität lindert, auch wenn der Rückgang des “disease activity score” DAS28 um 0,5 Punkte nach 6 Monaten nicht gerade auf eine hohe Effektstärke hinweist (Lancet 2004; 363: 2015-21).

Statine gehören deshalb nicht zu den etablierten Basistherapeutika (DMARD) bei der rheumatoiden Arthritis. Als Begleiteffekt der lipidsenkenden Therapie dürfte die antientzündliche Wirkung allerdings willkommen sein.

Dies trifft auch auf eine mögliche präventive Wirkung zu, die Gabriel Chodick von der Universität Tel Aviv bei der retrospektiven Auswertung von etwa 200.000 Versicherten der Krankenkasse Maccabi Healthcare Services entdeckte, denen die Ärzte Statine verschrieben hatten.

Alle Versicherten waren zu Beginn der Verordnung frei von Gelenkbeschwerden. Bei 2.578 wurde später eine Rheumatoide Arthritis diagnostiziert. Chodick kann nun zeigen, dass Patienten, die weniger als 20 Prozent der Rezepte einlösten zu 51 Prozent häufiger neu an einer rheumatoiden Arthritis erkrankten als die gewissenhaften Patienten, die zu mehr als 80 Prozent der Zeit Statine eingenommen hatten. Gegenüber einer Osteoarthritis, bei der die Entzündung eher Folge denn Ursache der Gelenkzerstörung ist, wurde langfristig keine protektive Wirkung der Statine gefunden.

Chodick ist sich bewusst, dass die retrospektive Analyse von Versichertendaten eine Kausalität nicht beweisen kann. Er hofft, dass das Thema von prospektiven Beobachtungsstudien aufgegriffen wird. © rme/aerzteblatt.de

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