Utrecht – Die Impfung mit dem heptavalenten Pneumokokkenimpfstoff PCV-7 begünstigt die Ausbreitung des Pneumokokken-Serotyps 19A, der häufig Resistenzen entwickelt und für schwere Krankheitsverläufe verantwortlich ist. Dies geht aus einer randomisierten klinischen Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt JAMA (2010; 304: 1099-1106) hervor.
Die Pneumokokkenimpfung verhindert, dass der Nasopharyngealraum mit Streptococcus pneumoniae besiedelt wird. Da die Impfstoffe jedoch nur einen Teil der Serotypen erfassen, hinterlassen sie eine „ökologische Nische“, die von anderen Serotypen ausgefüllt wird.
Dazu gehört der Serotyp 19A, der in den USA (aber noch nicht in Deutschland) zum häufigsten Auslöser invasiver Pneumokokkenerkrankungen geworden ist. Wie rasch der Wandel erfolgt, zeigt die Post-Hoc-Analyse, die Elske van Gils von der Universität Utrecht an einer Studie durchgeführt hat, die vor der generellen Einführung der PCV-7-Impfung durchgeführt wurde.
Die Studie hatte zwei unterschiedliche Impfschemata verglichen. Ein Teil der Kleinkinder hatte je eine Impfung in den Monaten 2 und 4 erhalten, in der anderen Gruppe folgte eine dritte Impfung im 11. Lebensmonat („2+1“). Eine dritte Gruppe wurde nicht geimpft. In dieser dritten Gruppe wurde später bei 9,2 Prozent der Kinder der Serotyp 19A im Rachenabstrich nachgewiesen.
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