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Experten fordern mehr Aufklärung über Alkohol in der Schwangerschaft

Donnerstag, 9. September 2010

Berlin – Jedes Jahr werden in Deutschland Tausende Babys mit alkoholbedingten Schäden geboren. Die Deutsche Kinderhilfe forderte deshalb anlässlich des „Tages des alkoholgeschädigten Kindes“ mehr Prävention und eine Ächtung des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft. Studien zufolge trinken zwölf bis 15 Prozent der werdenden Mütter mindestens einmal pro Monat Alkohol.
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Nach Schätzungen von Experten der Berliner Charité kommen wegen des Alkoholkonsums ihrer Mütter jährlich zwischen 4.000 und 10.000 Kinder mit teils schweren körperlichen und geistigen Schäden auf die Welt.  

Der Kinderhilfe zufolge erleiden die Säuglinge lebenslange irreversible Beeinträchtigungen. Viele Kinder seien hyperaktiv, zeigten Intelligenzmängel und Lernschwächen. In besonders schweren Fällen komme es zusätzlich zu vermindertem Körperwuchs und äußerlich sichtbaren Fehlbildungen im Gesicht. 

Auch die Wahrscheinlichkeit für eine Fehl- oder Frühgeburt ist demnach durch Alkoholkonsum in der Schwangerschaft stark erhöht. Zudem haben die Neugeborenen ein größeres Risiko, in den ersten Lebensmonaten zu sterben. 

Die Organisation verwies auf Studien, denen zufolge jedes Jahr in Deutschland rund 43 Millionen Euro zusätzlich für die klinische Betreuung zu früh geborener Babys aufgewendet werden, weil deren Mütter während der Schwangerschaft Suchtmittel konsumiert haben.   

Die Deutsche Kinderhilfe fordert daher den Gesetzgeber und die beteiligten Fachgruppen zu sofortigem Handeln auf. Obwohl das fetale Alkoholsyndrom eine der häufigsten angeborenen körperlichen und geistigen Behinderungen bei Säuglingen sei, stehe das Problem bei der Schwangerschaftsvorsorge sowie bei den meisten Geburtsmedizinern und Kinderärzten nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Auch eine bundesweite Aufklärungs- und Interventionsstrategie zur Reduzierung des Suchmittelkonsums in der Schwangerschaft gebe es bisher allenfalls in Ansätzen. So habe es sich beispielsweise in Frankreich bewährt, dass alle alkoholischen Getränke mit einem Warnhinweis mit einer durchgestrichenen Schwangeren versehen seien. © afp/aerzteblatt.de

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