Ärzteschaft

KVen starten Initiative Pflegeheim

Freitag, 10. September 2010

Berlin – Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) haben gemeinsam die „KV Initiative Pflegeheim“ gegründet. Ziel der Initiative ist es, eine fachübergreifende ärztliche Versorgung in Pflegeheimen zu ermöglichen „Erstmals haben sich alle 17 Kassenärztlichen Vereinigungen zusammengetan und ziehen wirklich an einem Strang“, erklärte der 1. stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KV Bayerns und Begründer der Initiative, Gabriel Schmidt, bei der Vorstellung des Konzeptes in Berlin. Natürlich stehe auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung dem Vorhaben aufgeschlossen gegenüber. 

Um regionalen und individuellen Bedürfnissen entsprechen zu können, sei das Rahmenkonzept der Initiative modular aufgebaut, so Schmidt. Neben einem Basis-Element, das das Fundament für alle Verträge zwischen KVen und Krankenkassen bildet, gibt es die Module Hausärzte, Fachärzte und Psychotherapeuten, Heime, Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Heimen, Qualitätsprogramme und Einbindung weiterer Partner. 

Vorbilder für die Initiative waren Konzepte, die seit Jahren schon in verschiedenen KVen umgesetzt werden, beispielsweise der Geriatrische Praxisverbund in Bayern oder das Projekt „Die Pflege mit dem Plus“ in Berlin.

In Bayern schließen sich dabei alle Ärzte, die Patienten in einem Pflegeheim betreuen, zusammen und besuchen abwechselnd das Pflegeheim, so dass jeden Tag ein Arzt die Heimbewohner betreuen kann. Er versorgt dabei sowohl seine eigenen Patienten als auch im Bedarfsfall die Patienten anderer Ärzte. 

Im Gegensatz zu einem fest angestellten Arzt könnten die Patienten weiterhin von ihrem Hausarzt untersucht werden, sagte Gerhard Potuschek, Landesgeschäftsführer der Barmer GEK in Bayern, die in Bayern Vertragspartner der Initiative ist.

Die teilnehmenden Ärzte seien auch abends oder am Wochenende über einen Rufdienst erreichbar und könnten im Akutfall sicher entscheiden, ob eine Krankenhauseinweisung notwendig ist. „Durch die Vermeidung unnötiger Krankenhauseinweisungen können so auch Kosten vermieden werden“, sagte Potuschek. 

Bei der „KV Initiative Pflegeheim“ sollen neben den Hausärzten auch Fachärzte mit eingebunden werden. Die KVen wollen künftig auf Ärzte und Pflegeheimen zugehen und sie für die Gründung weiterer Verbünde gewinnen. Hausärzte sollen dabei pro Versichertem mit 25 Euro vergütet werden, Fachärzte mit 17,50 Euro. 

Der Geschäftsführer des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), Herbert Mauel, sagte, wenn Ärzte, Krankenkassen und Pflegeheime künftig so zusammenarbeiteten, sei es für alle von Vorteil. Denn derzeit kämen an manchen Tagen drei Ärzte pro Tag in ein Heim, an anderen Tagen gar keiner. Für die Heime sei es aber sehr wichtig, sich auf die Arztbesuche einstellen zu können. © fos/aerzteblatt.de

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