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Grippeimpfung senkt Herzinfarktrisiko

Dienstag, 21. September 2010

Lincoln – Eine Grippeimpfung schützt möglicherweise nicht nur vor einer schweren Lungenentzündung. Einer Fall-Kontrollstudie im Canadian Medical Association Journal (CMAJ; 2010; doi: 10.1503/cmaj.091891) zufolge, erkrankten die Geimpften nach einer Impfung auch seltener an einem Herzinfarkt.

Niroshan Siriwardena von der Universität in Lincoln hat die United Kingdom General Practice Research Database ausgewertet, die die Daten von 5 Prozent aller englischen und walisischen Hausarztpatienten speichert. Zwischen November 2001 und Mai 2007 erkrankten 16.012 Erwachsene über 40 Jahren erstmals an einem Herzinfarkt.

Von diesen hatten sich 8.472 oder 52,9 Prozent zuvor gegen eine Grippe impfen lassen. In einer Kontrollgruppe betrug die Impfquote nur 51,2 Prozent. Das ergibt eine Odds Ratio von 0,81 oder eine relative Minderung des Herzinfarktrisikos um 19 Prozent durch die Impfung.

Bei den Erwachsenen, die sich von September bis Mitte November impfen ließen, sank das Herzinfarktrisiko sogar um relativ 21 Prozent (Odds Ratio 0,79). Bei einer Impfung nach Mitte November sank die protektive Wirkung auf 12 Prozent (Odds Ratio 0,88).

Diese protektive Wirkung wurde aber erst in einer Multivariat-Analyse erkennbar, die die Tatsache berücksichtigt, dass sich bevorzugt kränkere Menschen mit anderen Risikofaktoren impfen lassen. In einer gutmütigen Interpretation könnte man sagen, dass die Impfung die negativen Auswirkungen dieser Risikofaktoren aufhebt.

Kritiker dürften dagegen auf die Schwächen einer Fall-Kontroll-Studie hinweisen, die notorisch anfällig gegenüber Verzerrungen ist. Interessant wäre eine Differenzierung zwischen jenen Jahren gewesen, in denen der Impfstoff mit den tatsächlichen Viren der Grippesaison übereinstimmte, und jenen Jahren, in denen dies nicht der Fall war.

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Im Gegensatz zu der Grippe-Impfung war eine Impfung gegen Pneumokokken nicht mit einer verminderten Rate von Herzinfarkten assoziiert. Nach Ansicht von Siriwardena schließt dies einen „Healthy user“-Effekt aus, wonach Grippegeimpfte deshalb seltene an einem Herzinfarkt erkranken, weil sie sich auch in anderen Bereichen gesünder verhalten. © rme/aerzteblatt.de

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bertgartner
am Dienstag, 21. September 2010, 19:17

Eigenartige Interpretation

Eine witzige Studie scheint das gewesen zu sein: Man musste die Tatsache berücksichtigen, dass sich bevorzugt kränkere Menschen impfen lassen, um die protektive Wirkung der Impfung zu erkennen.
Normalerweise leiden diese Studien immer am gegenteiligen Problem: Dass nämlich jene, die sich impfen lassen, meist gesünder sind und deshalb von vornherein ein niedrigeres Krankheitsrisiko haben.
Insofern wunderte es nicht, dass bei diesen Studien raus kommt, dass Geimpfte auch ein niedrigeres Diabetes-Risiko haben, ja sogar ein geringeres Risiko über eine Treppe zu stürzen. Kein Wunder, dass diese Wunder-Impfung dann auch noch das Gesamt-Sterbe-Risiko um 50 bis 80 Prozent reduziert.

In dieser reinen Datanbank-Analyse ohne jeglichen Patientenkontakt soll das nun plötzlich anders sein: Weil nicht das gewünschte Ergebnis rauskommt, wird postuliert, dass die Geimpften KRÄNKER waren als die Ungeimpften.

Man kann enorm viel Geld vernichten, mit der öffentlichen Förderung solcher unsinniger Studien.
Warum wird nicht endlich eine wirklich gut gemachte, ausreichend große und ausreichend lange, randomisierte kontrollierte Studie finanziert, um ein für alle Mal bescheid zu wissen, über die Effekte der Influenza-Impfung?

Wollen manche einflussreiche Gruppierungen etwa gar nicht Bescheid wissen?

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