5.832 News Ärzteschaft

Ärzteschaft

Patienten mit der Arbeit der Niedergelassenen zufrieden

Mittwoch, 22. September 2010

Hamburg – 39 Prozent der niedergelassenen Ärzte erhalten mindestens einmal im Jahr den Vorwurf, einen Behandlungsfehler begangen zu haben. Das ist das Ergebnis einer Studie der Stiftung Gesundheit, die über 7.000 Ärzte, Zahnärzte und Psychologische Psychotherapeuten befragt hat. Gleichzeitig gaben rund 61 Prozent der Befragten an, dass solche Vorwürfe praktisch nie vorkommen.

Von den 39 Prozent der Befragten gaben 29 Prozent an, einmal im Jahr mit einem Fehlervorwurf konfrontiert zu werden. Neun Prozent erhalten einmal im halben Jahr und ein Prozent einmal im Monat einen derartigen Vorwurf.

„Wenn Patienten einen Behandlungsfehler vermuten, suchen sie zum Großteil zunächst das Gespräch mit dem behandelnden Arzt“, heißt es dazu in der Studie. Dies verlaufe zu 38 Prozent eher sachlich, 35 Prozent der Patienten würden allerdings emotional reagieren. „Überraschend ist, dass ein Fünftel der Patienten ohne ein vorheriges Gespräch mit dem Arzt zu einen Anwalt geht“, erklärten die Autoren.

Die Ärzte lassen sich der Studie zufolge in 59 Prozent der Fälle nicht auf den Fehlervorwurf ein. Immerhin 31 Prozent der Befragten bieten an, einen Kollegen hinzuzuziehen, um den Vorwurf zu prüfen. „Ein Teil der Ärzte ist also durchaus bereit, sich mit den Vorwürfen auseinanderzusetzen“, so die Autoren.

Trotz einer häufig beklagten mangelhaften Fehlerkultur der deutschen Ärzteschaft hätten zudem 18 Prozent angegeben, Fehler einzuräumen. „Das Ergebnis überrascht, nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund, dass die Ärzte seitens ihrer Haftpflichtversicherer gehalten sind, zwar Bedauern über eine nicht zufriedenstellende Behandlung zu äußern, nicht aber voreilig einen Fehler einzugestehen“, sagten die Autoren. © hil/aerzteblatt.de

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adonis
am Donnerstag, 23. September 2010, 07:51

Tabuthema wegen der Versicherungen

Denn sog. Schuldeingeständnisse führen zum Versicherungsverlust. Ich bin vollkommen der Meinung meines Vorkommentators Moebius, dass hier etwas geändert werden muss. Ein Patient, dem etwas widerfahren ist, und sei es nur eine Komplikation, fühlt sich nicht ernstgenommen und das zu Recht. Und das kann zu weiteren Folgen auch für den Patienten führen, da nun die Beschwerden erstrecht schlimmer werden. Ein offenes Gespräch mit dem Patienten schafft Missverständnisse aus dem Wege, erhält den Selbstbewusstsein des Patienten und führt zu einer angemessenen Schadensersatzregelung.
Moebius
am Mittwoch, 22. September 2010, 23:57

Fehlervorwurf oder besser ausgedrückt Missverständnisse

Dieses Thema ist nach wie vor ein extremes Tabuthema!
Wem ein Fehlervorwurf nachgewiesen werden kann, den erwarten oft Sanktionen. Dies hilft weder dem Patienten noch dem Arzt! Eigentlich gibt es hier Versicherungen die für einen etwaigen Schaden dann eintreten, doch......

Schade, dass hier die Regierung die Ärzte nicht gesetzlich schützen kann um den Weg in eine unabhängige und sachliche Unterstützung für den Patienten und den Arzt einzuleiten.

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