Hamburg – Gesetzliche und private Krankenkassen in Hamburg plädieren für umfassende Reformen in der Krankenhausplanung. Die AOK Rheinland/Hamburg, der BKK-Landesverband NORDWEST, die IKK classic, die Knappschaft sowie der Verband der Ersatzkassen (vdek) und der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) fordern, den vorherrschenden „Trend zur Hospitalisierung“ zu stoppen und in den Planungsprozess konkretere Qualitätskriterien einzubeziehen.
In einer gemeinsamen Stellungnahme sprechen sich die Versicherungen dafür aus, bei der Krankenhausrahmenplanung leistungsorientierte Kriterien einzuführen. „Schließlich werden die Leistungen der Kliniken bereits seit sechs Jahren auf Grundlage der Fallpauschalen, der Diagnosis Related Groups (DRGs), vertraglich geregelt“, so die Kassen.
Bis 2015 soll die Zahl der Planbetten in Hamburg um 5,6 Prozent auf dann 11.811 Betten steigen. „Nicht eingerechnet sind dabei beantragte Kapazitäten im Bereich der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik“, warnen die Krankenversicherungen. Hierfür lägen Anträge für 471 neue Krankenhausbetten vor.
Dabei belege Hamburg bei der Zahl der aufgestellten Krankenhausbetten schon heute einen Spitzenwert. So kämen im Bundesdurchschnitt auf 100.000 Einwohner 613 Betten, in Hamburg seien es 645 (2008).
„Anstatt immer neue stationäre und teilstationäre Kapazitäten zu schaffen, ist es notwendig, die vorhandenen Angebote psychiatrischer Kliniken mit den psychotherapeutischen und psychiatrischen Praxen besser miteinander zu verzahnen“, erklärten die Kassen bei der heutigen Anhörung der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG) zum Entwurf des Krankenhausplans 2015.
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