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Genetische Ursache für männliche Unfruchtbarkeit

Freitag, 1. Oktober 2010

London - Etwa vier Prozent aller bisher unerklärlichen männlichen Infertilitäten könnten auf Mutationen im Gen NR5A1 zurückzuführen sein, berichtet ein internationales Forscherteam im American Journal of Human Genetics (2010; doi:10.1016/j.ajhg.2010.09.009).

Das NR5A1-Gen kodiert den Transkriptionsfaktor SF1 (steroidogenic factor 1), der auf mehreren Ebenen der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse eingreift und Entwicklung und Funktion der Gonaden beeinflusst.

Im letzten Jahr hatte Anu Bashamboo vom Institut Pasteur in Paris bereits beschrieben, dass (andere) Mutationen im NR5A1-Gen zu Dysgenesien und Dysfunktionen der Ovarien führen (NEJM 2009; 360: 1200-1210). Damals wurden Deletionen, teilweise mit Veränderung des Leserasters (frame-shift) gefunden, die zur Bildung von stark veränderten SF1-Proteinen führen.

Bei den jetzt mit männlichen Infertilitäten assoziierten Gendefekten handelt es sich um Missense-Mutationen, die nur den Austausch einer einzelnen Aminosäure zur Folge haben. Aufgrund der zentralen Bedeutung von SF1 kann dies allerdings eine schwere Funktionsstörung der Spermatogenese zur Folge haben.

Die Mutationen wurden bei sieben von 315 Männern mit schweren Infertilität, aber bei keinem von mehr als 4.000 Kontrollen gefunden. Laut den Autoren handelt es sich um die bisher häufigste monogenetische Form der männlichen Infertilität. © rme/aerzteblatt.de

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