Herpes genitalis: Impfstoff unwirksam
Freitag, 1. Oktober 2010
Bethesda - Der Hersteller GlaxoSmithKline hat am Donnerstag die Einstellung aller Studien zum Herpes-Impfstoff Simplirix® bekanntgegeben. Die Vakzine hatte in einer groß angelegten Studie in Nordamerika jüngere Frauen nicht vor Infektionen mit den Herpesviren HSV-1-und HSV-2 geschützt.
Am HerpeVac Trial for Young Women hatten seit 2002 an 50 Zentren in den USA und in Kanada 8.323 Frauen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren teilgenommen. Sie waren aus einer Gruppe von 31.000 Frauen ausgewählt worden, die zuvor auf eine Infektion mit HSV-1 oder HSV-2 gescreent wurden.
Teilnehmen durften nur Frauen, die auf beide Herpestypen seronegativ waren. In der Studie wurden sie dreimal mit Simplirix oder einem Hepatitis-A-Impfstoff (Kontrollgruppe) geimpft. In zwei früheren Studien hatte Simplirix die Häufigkeit eine genitalen Herpeserkrankung bei Frauen um mehr als 70 Prozent gesenkt, während bei Männern keine signifikante Schutzwirkung auftrat (NEJM 2002; 347: 1652-61).
Deshalb wurde die definitive Phase-III-Studie nur an Frauen durchgeführt. Warum Simplirix dieses Mal keine Wirkung erzielte, ist nach Auskunft des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) unklar. Die Schutzwirkung lag bei unter 20 Prozent, die trotz der hohen Teilnehmerzahl nicht signifikant war. Detaillierte Ergebnisse wurden nicht genannt.
Der Impfstoff soll sich aber als gut verträglich und sicher erwiesen haben. Da er keine intakten Viren enthält, sei eine Übertragung von Herpes durch den Impfstoff ausgeschlossen, hieß es.
© rme/aerzteblatt.de
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