Neue Genmutation für Prostatakrebs
Montag, 4. Oktober 2010
Maryland – Varianten eines Gens, das für ein Enzym des Zellmetabolismus kodiert, scheinen das Prostatakrebsrisiko zu erhöhen. Diese Entdeckungen machten Wissenschaftler um Constantine Stratakis vom National Institute of Child Health and Human Development. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism (doi:10.1210/jc.2010-1655).
Der Prostatakrebs ist die häufigste Krebsform bei Männern. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 70. Und 80. Lebensjahr. Phosphodieesterase-Enzyme, von denen es fast ein Dutzend gibt, regeln die Zelltätigkeit in hormonproduzierenden Organen wie den Hoden, der Prostata und den Eierstöcken.
Die Forscher untersuchten in ihrer Studie das Gewebe von 50 Männern mit Prostatakrebs und 287 gesunden Männern. Sie analysierten die DNA der Studienteilnehmer und entdeckten achtmal eine Variante des PDE11A Gens, das die Produktion und Aktivität von PDE11A verminderte. Bei der Prostatakrebs-Gruppe ließen sich bei 30 Prozent der Männer ein oder mehrere Varianten dieses Gens nachweisen, bei den gesunden Teilnehmern hingegen nur bei zehn Prozent.
Die genetischen Varianten schädigen das Enzym Phosphodiesterase 11A (PDE11A), das dabei hilft, die Antworten einer Zelle auf Hormone und andere Signale zu regeln. Die Forscher entdeckten außerdem, dass Männer mit Prostata-Krebs eine vierfach erhöhte Wahrscheinlichkeit für Genvarianten hatten, die die Tätigkeit von PDE11A betreffen.
„Unsere Studie zeigt, dass PDE11A eines Tages möglicherweise einen Platz bei dem genetischen Screening für die Prädisposition für Prostatakrebs haben könnte“, erklärte Stratakis. © hil/aerzteblatt.de
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