Bad Hofgastein – Experten sehen die steigende Lebenserwartung der Europäer nicht als wesentlichen Kostentreiber im Gesundheitswesen. „Viel stärker ist es der medizinische Fortschritt, von dem natürlich alle Patientinnen und Patienten profitieren sollen“, sagte der österreichische Gesundheitsminister Alois Stöger bei der Eröffnung des 13. European Health Forum Gastein (EHFG).
Es müsse in Zukunft noch genauer als bisher darauf geachtet werden, Fehlversorgungen und Doppelstrukturen zu vermeiden. Dezentrale und föderalistische Entscheidungsstrukturen seien für Reformen des Gesundheitswesens häufig hinderlich, kritisierte EHFG-Präsident Günther Leiner. Eine der wichtigsten Aufgaben für die zukünftigen Gesundheitssysteme sei es ferner, die Prävention stärker zur fördern.
EHFG-Vorstandmitglied und Europarechts-Experte Heinrich Neisser fordert zudem einen schrittweisen Ausbau der EU-Kompetenzen im Gesundheitsbereich. „Es ist an der Zeit, die europäische Gesundheitspolitik zu institutionalisieren. Dies erfordert zunächst den weiteren Ausbau der transnationalen Zusammenarbeit und eine stufenweise Annäherung, bis eine deutlich erweiterte EU-Kompetenz in Fragen des Gesundheitswesens entstehen kann“, so Neisser.
Auf dem Forum, das noch bis Ende dieser Woche dauert, werden rund 600 Entscheidungsträger aus Gesundheitspolitik, Forschung, Wissenschaft, Wirtschaft und von Patientenorganisationen aus mehr als 40 Ländern erwartet.
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