Mainz - Ein Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID) hat der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe, verlangt. Der CDU-Politiker forderte am Mittwoch in Mainz seine Partei auf, hier Farbe zu bekennen. Hüppe sprach von einem Test dafür, wie christlich die CDU noch sei. Auch die CDU-Bundestagsabgeordnete und Spitzenkandidatin der rheinland-pfälzischen Christdemokraten für die Landtagswahl im März, Julia Klöckner, sprach sich für ein Verbot der PID aus.
Hüppe und Klöckner äußerten sich bei einem mit der Frage „Abschied vom Embryonenschutz?“ überschriebenen bioethischen Kolloquium, zu dem die Katholische Sozialwissenschaftliche Zentralstelle (KSZ) eingeladen hatte.
Dies vor dem Hintergrund eines im Juli ergangenen Urteils des 5. Senats des Bundesgerichtshofs (BGH) zur PID. Aus dem Urteil folgt, dass aus künstlicher Befruchtung entstandene Embryonen auf schwere genetische Defekte untersucht und gegebenenfalls ausgesondert werden dürfen.
In der Konsequenz der PID gehe es darum, menschliches Leben nach Wert und Unwert zu selektieren, sagte Hüppe. Er betonte, jeder behinderte Mensch habe - ob vor oder nach der Geburt - das Recht auf Leben.
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Der emeritierte Osnabrücker Professor für Christliche Sozialwissenschaften, Manfred Spieker, sagte bei dem Kolloquium, das Urteil des BGH werde einer eugenischen Mentalität Vorschub leisten. Er bezweifelte, dass es in der Politik eine Mehrheit für ein Verbot der PID gebe. Der katholischen Kirche warf Spieker vor, sie sei viel zu schweigsam in dieser Frage.
Die KSZ, die das Kolloquium veranstaltete, ist eine Einrichtung der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit steht nach eigenen Angaben die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit sozialen und gesellschaftspolitischen Fragen auf der Grundlage der Katholischen Soziallehre und der Christlichen Sozialethik.
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