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Hüppe fordert Verbot der Präimplantationsdiagnostik

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Mainz -  Ein Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID) hat der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe, verlangt. Der CDU-Politiker forderte am Mittwoch in Mainz seine Partei auf, hier Farbe zu bekennen. Hüppe sprach von einem Test dafür, wie christlich die CDU noch sei. Auch die CDU-Bundestagsabgeordnete und Spitzenkandidatin der rheinland-pfälzischen Christdemokraten für die Landtagswahl im März, Julia Klöckner, sprach sich für ein Verbot der PID aus.

Hüppe und Klöckner äußerten sich bei einem mit der Frage „Abschied vom Embryonenschutz?“ überschriebenen bioethischen Kolloquium, zu dem die Katholische Sozialwissenschaftliche Zentralstelle (KSZ) eingeladen hatte.

Dies vor dem Hintergrund eines im Juli ergangenen Urteils des 5. Senats des Bundesgerichtshofs (BGH) zur PID. Aus dem Urteil folgt, dass aus künstlicher Befruchtung entstandene Embryonen auf schwere genetische Defekte untersucht und gegebenenfalls ausgesondert werden dürfen.

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In der Konsequenz der PID gehe es darum, menschliches Leben nach Wert und Unwert zu selektieren, sagte Hüppe. Er betonte, jeder behinderte Mensch habe - ob vor oder nach der Geburt - das Recht auf Leben.

Klöckner verwies darauf, dass die CDU in ihrem Grundsatzprogramm für ein Verbot der PID eintrete. Die Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz machte zugleich deutlich, dass ein Verbot mit dem Koalitionspartner FDP wohl nicht zu machen sei.

Klöckner strebt nach eigenem Bekunden an, dass beim CDU-Bundesparteitag im November über die PID geredet wird. Klöckner wie Hüppe äußerten die Hoffnung, dass ein Gesetzesantrag für ein Verbot der PID im Bundestag eine überfraktionelle Mehrheit finden könnte.

Der emeritierte Osnabrücker Professor für Christliche Sozialwissenschaften, Manfred Spieker, sagte bei dem Kolloquium, das Urteil des BGH werde einer eugenischen Mentalität Vorschub leisten. Er bezweifelte, dass es in der Politik eine Mehrheit für ein Verbot der PID gebe. Der katholischen Kirche warf Spieker vor, sie sei viel zu schweigsam in dieser Frage.

Die KSZ, die das Kolloquium veranstaltete, ist eine Einrichtung der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit steht nach eigenen Angaben die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit sozialen und gesellschaftspolitischen Fragen auf der Grundlage der Katholischen Soziallehre und der Christlichen Sozialethik. © kna/aerzteblatt.de

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alain
am Sonntag, 10. Oktober 2010, 10:53

Wer den Embryo schützen will....

....wird die Abtreibung ernten..... um es mal ganz krass auszurdrücken.
Was konservative Politiker immer noch nicht verstanden haben, ist nämlich die Tatsache, dass PID nur in begründeten Fällen erfolgen wird, nicht zur Auswahl des "Superbabys".
Wer kann es denn einem sterilen Paar verdenken- wenn es denn schon den nicht unproblematischen Weg der IVF geht-, dass es dann auch möglichst "Erfolg" haben möchte (man beachte die Spontanabortrate bei genetischer Vorschädigung und die limitierte Zahl der von der Kasse bezahlten IVF Versuche) und nicht nach Wochen der Hoffnung durch Amniozentese und Ultraschall mit einer schweren Erkrankung konfrontiert werden möchte, die wohl zu einer Abtreibung führt.
Ich wünsche unseren theoretisierenden Politikern immer nur eines: einen Präzedenzfall im engen familiären Umfeld. Wenn die eigene Tochter betroffen ist, sieht doch alles ganz anders aus....

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