Politik

Pflegende Angehörige können bei Unfall Versicherungsschutz haben

Freitag, 8. Oktober 2010

Essen – Für pflegende Angehörige kann bei der Begleitung ihrer pflegebedürftigen Eltern auf deren Urlaubs-Rückreise Versicherungsschutz in der gesetzlichen Unfallversicherung bestehen. Das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen gab nach eigenen Angaben vom Freitag einer Klägerin aus Wuppertal Recht, die bei der Begleitung ihrer pflegebedürftigen Eltern nach dem Rückflug von einem Spanien-Urlaub noch auf dem Flughafen gestürzt war und sich einen komplizierten Beinbruch zugezogen hatte. (Az. L 4 U 57/09)  

Die Essener Richter sahen darin einen Wegeunfall der als Pflegeperson anerkannten Klägerin, der damit Versicherungsschutz in der gesetzlichen Unfallversicherung zustehe. Die Begleitung der Eltern auf dem Weg von der Zweitwohnung in Spanien zur Erstwohnung in Deutschland habe zwar nicht mehr zur versicherten Pflegetätigkeit gehört.

Die Klägerin habe sich aber zur Unfallzeit auf dem Nachhauseweg vom Ort der versicherten Tätigkeit zu ihrer Wohnung befunden, den der Versicherungsschutz der gesetzlichen Unfallversicherung mit umfasse.  

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Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig: Der Senat ließ die Revision zu, weil es bisher keine höchstrichterliche Rechtsprechung zum Unfallversicherungsschutz bei Wegeunfällen nach einer versicherten, nicht erwerbsmäßigen Pflegetätigkeit gibt. © afp/aerzteblatt.de

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adonis
am Mittwoch, 13. Oktober 2010, 10:22

Pflegeversicherung? Eine Lüge von Anfang an.

Die Pflegeversicherung war von Anfang an eine Lüge. ( Na, der Lügenkanzler war mit federführend). Damals wurden Leistungen aus der Krankenversicherung ausgelagert um den Eindruck neuerer Leistungen zu erwecken, was aber nicht immer der Fall war. Das Pflegegeld schon, denn das gab es in der Form nicht. Trotzdem ist die Versicherung nicht kostendeckend, auf alle Fällen nicht für Schwerstpflegefälle. Damit ist die Versicherung teilweise vollkommen sinnlos. Und Missbrauch gibt es natürlich auf der anderen Seite zu Hauf. Was die Dinge auch nicht besser macht.
Vielleicht wäre eine neue besser durchdachte Versicherung gescheiter. Hilfe dem der sie benötigt und zwar in angemessenem Umfang.
Businesspaar
am Mittwoch, 13. Oktober 2010, 08:29

@Lucassen

... sparen Sie sich doch einfach Ihre nichtssagenden Kommentare. Ein "Pflegefall" (Stufe II) im engesten Familienfall führt uns täglich vor Augen wo es in diesem System krankt. Hören Sie also einfach auf, Ihre völlig falschen Weisheiten zu verbreiten. Offensichtlich sind Sie in der Branche tätig und bekanntlich jault der getretene Köter am lautesten. Gesetz und Realität hier in diesem Land klaffen ohnehin sehr weitaus auseinander und findige und windige Geschäftsmacher suchen und finden immer wieder Lücken um ein System auszubeuten. Und fragen Sie bitte einmal, wie es denn um den Verdienst der einfachen "mobilen" Pflegekräfte bestellt ist, den TATSÄCHLICHEN Verdienst. Mit welchen Tricks die "Arbeitgeber" mittlerweile arbeiten, seit Einführungen eines Mindestlohnes. Im stationären Bereich??? Wie sind den die Stationen personell bestückt???? Warum vernimmt man wieder und wieder diese schrecklichen Skandale in Pflegeheimen?? Was wollen Sie denn hier für einen Unsinn verbreiten von schöner heiler "Pflegewelt"??
Lucassen
am Dienstag, 12. Oktober 2010, 16:50

was wissen Sie eigentlich vom "System Pflegeversicherung"?

@buisinesspaar
scheinbar nicht sehr viel, denn sonst würden Sie folgenden Unsinn nicht schreiben:
"Die Pflegedienste selbst bescheissen das System, in dem die Pflegekräfte nie und nimmer die vorgeschriebenen 45 Min. pro Pflegefall einhalten. "

Was meinen Sie wie froh die gesamte Pflegebranche wäre, wenn von den Leistungen die die Pflegeversicherung den Versicherten (in der Pflegestufe 1) zugesteht, auch nur 30 Minuten täglich finanziert werden würden.

Des weiteren scheinen Sie die Kriterien für die Gewährung von Leistungen aus der Pflegeversicherung nicht zu kennen. Falls Sie sich mal wieder dazu äußern möchten lesen Sie doch vorher folgendes:
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/
In diesem Fall den §15

Ansonsten gilt: Wenn sie nicht wissen worum es geht, unterlassen sie es doch andere Berufsgruppen im Gesundheitswesen mit Ihren boulevardblattmäßigen Unwissenheiten zu diffamieren. Das wird uns allen nicht weiterhelfen.
Danke!
Businesspaar
am Sonntag, 10. Oktober 2010, 10:39

Soziale Systeme werden immer ausgenutzt

Fängt doch bereits damit an, dass die Mitarbeiter des med. Dienstes vorsätzlich getäuscht, wenn es um Einstufungen geht.

Die Pflegedienste selbst bescheissen das System, in dem die Pflegekräfte nie und nimmer die vorgeschriebenen 45 Min. pro Pflegefall einhalten. Nach manchen Abrechnungen müsste ein Tag 36 Stunden haben und die Vollpfosten der Kassen merken das nicht einmal.

Warum sollen Wohlhabende auf Geld verzichten? Wo beginnen wir denn mit der Eingrenzung?

Warum verdient ein Chefarzt 20 TSD EUR? Muss das sein.? Ist seine Arbeit das wert?

Warum gibt es Multimillionäre oder gar Milliardäre?? 1 Millionen würde doch reichen.

Muss es Autos geben, die 200.000 EUR kosten?

Muss ein Haus 500 qm Wohnfläche haben?

Warum lässt man es zu, dass Menschen für 9,99 EUR von Berlin nach Mailand fliegen dürfen?

Warum gibt es Kriege?
Assistenzarzt030
am Samstag, 9. Oktober 2010, 10:03

das hat System

Die Pflegeversicherung zahlt bei Pflegebedürftigkeit unabhängig vom Einkommen und Besitz, auch dann wenn sie Milliardär sind.

Das bedeutet auch, jeder "finanziell klamme" Arbeitnehmer, dessen Einkommen vielleicht gerade für einen Grundbedarf ausreicht und der sich keinen Urlaub leisten kann, zahlt für Familien mit weitreichendem Eigentum, in der die gutsituierte 66jährige Tochter Ihren hochbetagten und infolgedessen bei etwas verlangsamten Vater pflegt, indem sie ihn im Urlaub im eigenen Haus auf Malle morgens beim Ankleiden und beim Einsteigen in Badewanne oder Dusche hilft. Beide leben wahrscheinlich wohlhabend von Kapitaleinkommen, von Pensionen und Renten, warum sollten sie auf das Pflegegeld aus der Sozialversicherung verzichten, wenn sie doch einen Rechtsanspruch darauf haben ? Sie sind zu Ihren Besitztümern gekommen, weil sie auch in der Vergangenheit nichts ausgelassen haben.

Die derzeitige Bundesregierung - und jede andere wohl auch - reagiert darauf folgendermaßen: weil absehbar ist, dass das Geld in der Sozialversicherung Pflegeversicherung in Kürze für die Leistungsansprüche nicht mehr ausreicht wird jeder Arbeitnehmer nachdem er die im Beitrag genannten Ansprüche der Spanienheimkehrer bezahlt hat für die eigenen Ansprüche in 30 Jahren zusätzlich privat vorsorgt: noch mehr Bürokratie, fortbestehende Leistungsansprüche für Menschen, die diese nicht nötig hätten, alles finanziert vom Arbeitnehmer ....

Die geradezu kuriose Umverteilung von Arbeitnehmereinkommen findet in der Pflegeversicherung nicht anders statt als im Rest der Sozialversicherung, die Bundesagentur für Arbeit z.B. ist die größte Arbeitsbeschaffungsmaßnahme Deutschlands, dort arbeiten ca 113.000 Mitarbeiter, die Ihnen die Höhe Ihres Arbeitslosengeldes ausrechnen, nachdem von Ihren Beiträgen diese 113.000 Mitarbeiter bezahlt sind. Ach so, dabei werden die Spitzenkräfte in der BA natürlich außertariflich bezahlt und erhalten gleichzeitig die Vorzüge des Beamtenrechts, weil „ohne eine leistungsgerechte Bezahlung von Führungskräften wären die Reformerfolge der Bundesagentur undenkbar gewesen“ (FAZ von 18.06.2010).

Ach ja, mit Ihrer Lohnsteuer ist es übrigens das gleiche wie mit Ihren Beiträgen zur Sozialversicherung: das Elterngeld bekommt auch jeder, egal ob Millionär oder Haus auf Malle oder auch nicht - mit einer Ausnahme: bei Empfängern von Harz4 wird es auf Harz4 angerechnet.
polmu
am Freitag, 8. Oktober 2010, 20:36

Pflegebedürftigkeit??

Allzu pflegebedürftig und finanziell klamm kann die betroffene Person wohl nicht sein, wenn sie sich den Urlaub in der Zweitwohnung in Spanien leisten kann - oder zahlt solchen Luxus die Pflegekasse inzwischen auch?
In jedem Fall ein Hohn gegenüber denen , die wirklich der Pflege bedürfen und manche Unterstützung und manches Hilfsmittel, das sie dringend bräuchten, aus Kostengründen nicht erhalten.
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